Interview mit Dr. Florian Funck

über solide Finanzen und warum gute Investor-Relations-Arbeit für TAKKT so wichtig ist
(März 2011)

Frage: Warum haben Sie sich überhaupt entschieden Fremdkapital aufzunehmen, wenn TAKKT doch auch schuldenfrei operieren könnte?

Eine ordentliche Eigenkapitalbasis ist grundsätzlich gut und richtig, denn sie stellt den Risikopuffer für die Existenz des Geschäfts dar. Allerdings ist Eigenkapital für uns als Unternehmen teurer als Fremdkapital, denn der Verzinsungsanspruch der Eigenkapitalgeber ist aufgrund der höheren Risikoposition naturgemäß höher als der der Fremdkapitalgeber. Da das TAKKT-Geschäftsmodell sehr Cashflow-stark ist, verdient es eine gewisse Menge an Fremdkapital in der Bilanz. So optimiert TAKKT gleichzeitig seine Gesamtkapitalkosten. Mit dem langfristigen Zielkorridor einer Eigenkapitalquote von 30 bis 60 Prozent ist TAKKT sehr solide aufgestellt und kann gleichzeitig vielfältige Wachstumsoptionen nutzen.

Frage: Was sind die Eckpfeiler der TAKKT-Bankenstrategie?

Die Zusammenarbeit mit unseren Bankpartnern kann im Wesentlichen durch drei Adjektive beschrieben werden: langfristig, ausgewogen und transparent. Langfristig, weil die meisten Banken bereits seit unserem Börsengang vertrauensvoll mit uns zusammenarbeiten. Die langfristige Ausrichtung unserer Bankpartner kommt dadurch zum Ausdruck, dass TAKKT unter anderem fünfjährige revolvierende Kreditlinien zur Verfügung stehen. Ausgewogen, weil TAKKT neben einer guten Bonität der Bankpartner jederzeit auf eine gleichmäßige Verteilung des Bankenportfolios über alle drei Säulen des Bankenmarkts achtet, das heißt Institute aus dem Privatbanken-, Genossenschafts- sowie öffentlich-rechtlichen Sektor. Hinzu kommt noch der Anteil der internationalen Privatbanken. Transparent, weil TAKKT regelmäßig alle Bankpartner im Rahmen des jährlich stattfindenden Bankers’ Day über sämtliche Finanzthemen gleichzeitig und umfassend informiert. Zudem bewertet TAKKT jährlich intern die Banken nach Kriterien wie Risikoposition und Preisgestaltung sowie Problemlösungskompetenz und Kreativität und diskutiert diese Einschätzungen mit den jeweiligen Bankpartnern.

Frage: Warum ist Ihnen auch persönlich die Investor-Relations-Arbeit so wichtig?

Gerade in der Weltwirtschaftskrise des vergangenen Jahres hat sich gezeigt, wie wichtig umfassende, transparente und schnelle Kommunikation mit den Kapitalmarktteilnehmern ist. Sich in einem schwierigen Jahr „wegzuducken“ war für TAKKT nie eine Option. Im Gegenteil war und ist es besonders wichtig, auch in unruhigem Fahrwasser Investoren vom Kurs und den Zukunftsaussichten des Geschäftsmodells zu überzeugen. Dabei macht TAKKT keinen Unterschied, ob es sich um einen institutionellen Fonds oder Privatinvestor handelt. Mir persönlich ist der offene Dialog mit den Investoren als Rückkopplung für die Managementebene extrem wichtig, weil diese TAKKT mit vielen wichtigen Anstößen aus einem anderen Blickwinkel versorgen. Diese Outside-in-Betrachtung möchte auch ich persönlich auf keinen Fall missen.