Vorstand Controlling und Finanzen der TAKKT AG
Es gilt das gesprochene Wort.
Vielen Dank, Herr Gayer.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
auch ich begrüße Sie herzlich zur diesjährigen Bilanzpressekonferenz der TAKKT AG.
Umsatz 2008: uneinheitlicher Jahresverlauf beeinflusst Wachstum
Um
in dem von Herrn Gayer verwendeten Bild zu bleiben: Die Konjunkturkrise
ist wie ein heftiges Sommergewitter über uns hereingebrochen. In den
ersten neun Monaten des Jahres 2008 herrschte bei uns noch eitel
Sonnenschein. Konzernweit haben wir bis ins dritte Quartal hinein ein
sehr dynamisches Wachstum erzielt. Alles deutete darauf hin, dass wir
die zu Jahresanfang gesetzten Umsatzziele erreichen werden. Die Monate
Oktober bis Dezember haben uns jedoch sprichwörtlich die Ernte
verhagelt. Anders als beim Sommergewitter lässt sich allerdings jetzt
schon absehen, dass das Unwetter nicht genauso schnell verschwindet,
wie es gekommen ist.
Wie bereits von Herrn Gayer erwähnt, verlief die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche unterschiedlich. Die im gesamten Jahresverlauf eher schwache Entwicklung bei Topdeq wurde bis zum Ende des dritten Quartals durch die Zuwächse bei KAISER + KRAFT EUROPA und K + K America mehr als kompensiert. Im vierten Quartal erlebten wir jedoch die äußerst seltene Situation, dass die Nachfrage weltweit und quer durch alle Abnehmerbranchen stark einknickte. Das Chart hinter mir zeigt diesen Bruch im Geschäftsjahr eindrucksvoll. So ging beispielsweise das Wachstum unseres größten Geschäftsbereichs KAISER + KRAFT EUROPA von guten neun Prozent über die ersten neun Monate 2008 auf rund minus zehn Prozent im vierten Quartal zurück.
Umsatz: organisches Wachstum von 0,7 Prozent
Nachdem
wir unsere Wachstumsprognose für den TAKKT-Konzern bereits Ende Oktober
von vier Prozent auf zwei Prozent reduziert hatten, blieben am Ende
aufgrund des unerwartet schwachen Geschäftsverlaufs im November und
Dezember immerhin noch 0,7 Prozent organisches Wachstum übrig.
Dieses organische Wachstum resultiert dabei auf gestiegenen durchschnittlichen Auftragswerten in allen drei Geschäftsbereichen. Die Zahl der Aufträge ging hingegen aufgrund der konjunkturellen Abkühlung zurück. Organisches Wachstum heißt, dass wir die Zahlen zur Vergleichbarkeit um die Umsätze der 2007 veräußerten Conney Safety Products (Conney) sowie um Währungseffekte bereinigt haben. Betrachten wir den Gesamtumsatz in Euro, so ist zum Vorjahr ein Rückgang zu verzeichnen. Dieser ist allerdings allein auf die Entkonsolidierung von Conney und den im Jahresdurchschnitt schwachen US-Dollar zurückzuführen.
Umsatz: durch Diversifikation erfolgreich
Wie
Sie in der Grafik sehen können, macht das Geschäft mit Nordamerika gut
ein Drittel des Gesamtumsatzes der TAKKT AG aus. Im Vergleich zum
Vorjahr ist der Anteil allerdings von 39,5 Prozent auf nunmehr 34,4
Prozent spürbar zurückgegangen. Ursache waren wiederum die beiden
vorgenannten Effekte – also Conney und Währungskursschwankungen.
Die Umsätze in Deutschland, den anderen europäischen Ländern und in Asien haben hingegen absolut und relativ zugenommen. Länder wie China, Japan oder Mexiko haben mit einem Anteil von 0,7 Prozent am Gesamtumsatz allerdings noch eine untergeordnete Bedeutung. Wenn es aber um die künftigen Wachstumspotenziale geht, werden diese Länder eine größere Rolle spielen. Zum einen, weil wir hier mit unserem Geschäftsmodell neue Märkte erschließen, in denen es entsprechend mehr Raum für Expansion gibt. Zum anderen, weil viele Konjunkturexperten davon ausgehen, dass sich aufstrebende Märkte wie Mexiko oder China von der Krise schneller erholen werden, als die westlichen Industrienationen.
Nach Geschäftsbereichen sahen wir 2008 bei der Verteilung der Umsätze einen Zuwachs bei KAISER + KRAFT EUROPA. K + K America verzeichnete bedingt durch den Konsolidierungs- und Währungseffekt einen Rückgang auf 33,3 Prozent. Der Anteil von Topdeq blieb mit 8,9 Prozent nahezu unverändert.
Rohertrag: Marge weiter verbessert
Kommen wir
nun zu den erfreulicheren Entwicklungen: Trotz dieses schwierigen
Umfeldes ist es uns nämlich gelungen, die Ertragslage der TAKKT weiter
zu verbessern. So haben wir den Rohertrag leicht von 41,3 auf 41,4
Prozent erhöht. Das klingt nicht nach viel, ist aber angesichts der
insbesondere im ersten Halbjahr 2008 gestiegenen Rohstoffpreise ein
schöner Erfolg. Hier zahlt sich aus, dass wir dreimal pro Jahr den
Katalog überarbeiten und daher die Preise kurzfristig an die Marktlage
anpassen können. Auslösende Faktoren waren neben Struktureffekten auch
verbesserte Einkaufskonditionen insbesondere in Nordamerika.
EBITDA: erhöhte Marge im oberen Bereich des Zielkorridors
Die
gute Rohertragsmarge bildet die Grundlage für den Anstieg der weiteren
Profitabilitätskennzahlen. Eine unserer wichtigsten Steuerungsgrößen
ist die EBITDA-Marge, mit der wir den operativen Erfolg des
Unternehmens messen. Die Abkürzung steht für Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen. Mit 14,6 Prozent haben wir hier erneut eine
Verbesserung erzielt und liegen am oberen Rand des von uns ausgegebenen
Zielkorridors von zwölf bis 15 Prozent. Der Rückgang der absoluten
Ergebnisgröße um 6,3 auf 136,0 Millionen Euro ist auf das geringere
Umsatzvolumen zurückzuführen.
Mit dem Ergebnis sind wir auch deshalb besonders zufrieden, weil wir aufgrund der Marktstarts von Gaerner in Spanien und Hubert in Deutschland in 2008 erneut erhebliche Anlaufkosten zu schultern hatten.
Ergebnis vor Steuern: auf hohem Niveau bei weiter verbesserter Marge
Das
Ergebnis vor Steuern lag mit 113,9 Millionen Euro absolut nur
geringfügig unter dem Vorjahreswert. Dass sich das Ergebnis vor Steuern
und die entsprechende Marge besser entwickelt haben als das EBITDA
liegt an zwei Effekten: Zum einen lagen die Abschreibungen auch
währungskursbedingt unter dem Wert von 2007. Gleichzeitig lag der
Finanzierungsaufwand aufgrund der geringeren Verschuldung und des
schwachen US-Dollars deutlich unter dem Vorjahreswert. Unterm Strich
stieg die Vor-Steuer-Marge um 0,4 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent.
Periodenergebnis: Profitabilität weiter gesteigert
Ähnlich
wie beim Ergebnis vor Steuern haben wir auch das Periodenergebnis recht
stabil gehalten. Mit 77,1 Millionen Euro lagen wir knapp unter dem
Vorjahresniveau. Die Marge haben wir wiederum leicht auf 8,3 Prozent
verbessert. Die Steuerquote lag mit 32,3 Prozent hingegen etwas über
den 31,7 Prozent des Jahres 2007. Dass wir trotz gesunkenem
Körperschaftsteuersatz in Deutschland hier einen leichten Anstieg zu
verzeichnen hatten, liegt an höheren latenten Steueraufwendungen im
Zusammenhang mit der Bewertung aktiver latenter Steuern auf
Verlustvorträge.
Cashflow: Marge mit neuem Rekordwert
Einen neuen
Rekordwert dürfen wir für die Cashflow-Marge vermelden, diese erreichte
erstmals die Marke von 10,7 Prozent. Der absolute Cashflow kam mit
100,0 Millionen Euro wiederum umsatzbedingt leicht unter dem
Vorjahresniveau ins Ziel, liegt aber erneut im dreistelligen
Millionen-Euro-Bereich.
Der Cashflow als Nettozufluss liquider Mittel innerhalb einer Berichtsperiode genießt beim externen Betrachter in der Regel nicht so einen hohen Aufmerksamkeitsgrad, wie die Kennzahlen zu Umsatz und Ergebnis. Gerade deshalb möchte ich Ihre Aufmerksamkeit noch einmal besonders auf diese Zahl lenken. Denn entgegen dieser geringen Beachtung ist die Aussagekraft enorm.
Der Cashflow als Innenfinanzierungskraft ist eine der wesentlichen Stärken der TAKKT-Gruppe, und wahrscheinlich war diese Stärke selten so wertvoll wie in der aktuellen Situation. Sie bedeutet unter anderem, dass wir bei der Fortführung unserer Expansionsstrategie nicht auf Gedeih und Verderb auf den Finanzmarkt angewiesen sind, sondern vieles aus eigener Kraft schultern können – Stichwort Investitionen und Akquisitionen, Dividenden und Aktienrückkauf – dazu später mehr.
Mitarbeiter: Basis für nachhaltigen Unternehmenserfolg
Ein
ebenso wichtiger Baustein für den Unternehmenserfolg sind unsere
Mitarbeiter. Zum 31. Dezember 2008 beschäftigten wir konzernweit 1.960
Menschen, im Vorjahr waren es 1.971. Der leichte Rückgang ist im
Wesentlichen auf die schwache Geschäftsentwicklung und verbesserte
Effizienz in Nordamerika zurückzuführen. In Deutschland sind 739
Mitarbeiter tätig, im Vorjahr waren es 699. Dieser Aufbau von
Arbeitsplätzen in Deutschland ist vor allem im Zusammenhang mit dem
Ausbau unserer Logistikinfrastruktur in Pfungstadt zu sehen.
Als Geschäft, das auch von der konjunkturellen Entwicklung abhängig ist, haben wir Instrumente im Einsatz, die uns helfen, die Personalkosten zu einem Teil variabel zu gestalten ohne Mitarbeiter zu reduzieren. Als Beispiele möchte ich hier unsere Prämiensysteme nennen, in die alle Mitarbeiter eingebunden sind, wie auch das Arbeiten mit flexiblen Zeitkonten. Das hilft uns in Wachstums- genauso wie in Schwächephasen. So haben wir bereits angefangen, die während des boomenden Geschäfts der vergangenen beiden Jahre aufgebauten Zeitkonten unserer Mitarbeiter abzuschmelzen. Wir investieren einiges in die Qualifikation unserer Mitarbeiter. Schon aus diesem Grund sind betriebsbedingte Entlassungen bei uns das äußerste Mittel. Schonender Umgang mit Ressourcen gilt bei uns auch und gerade für den Faktor Mensch!
Konzernbilanz: Investitionen und schwaches Q IV prägen Bilanz
Veränderungen
der Bilanz auf der Aktivseite sind vor allem bei den Sachanlagen und
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu registrieren.
2008 hat die TAKKT-Gruppe umfangreiche Investitionsmaßnahmen zur Rationalisierung, Erweiterung und Modernisierung des Geschäftsbetriebs durchgeführt. Insgesamt betrug das Volumen 27,9 Millionen Euro. Dies entspricht einer Investitionsquote von drei Prozent bezogen auf den Konzernumsatz. Damit lagen wir zwar unter dem Vorjahreswert von 4,8 Prozent, aber deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von ein bis zwei Prozent.
Ein Großteil der Investitionen galt Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung und zur Verbesserung der Logistikinfrastruktur. Dazu zählt unter anderem die Fertigstellung des Versandhandelszentrums von Topdeq in Pfungstadt im Mai 2008, das zu einem geschäftsbereichsübergreifenden, europaweiten Versandhandelszentrum für Büroausstattung erweitert wurde. Ein weiteres größeres Investitionsprojekt war der Neubau des Lager- und Verwaltungsgebäudes unserer skandinavischen Tochter Gerdmans in Schweden. Außerdem wurde die Eigenfertigung in Haan bei Düsseldorf modernisiert. Insgesamt erhöhten sich die Sachanlagen im Berichtsjahr von 93,4 auf 108,7 Millionen Euro.
Den größten Posten auf der Aktivseite der Bilanz bilden nach wie vor Geschäfts- und Firmenwerte. Da die TAKKT nach IFRS bilanziert, werden diese Firmenwerte nicht über einen festgelegten Zeitraum abgeschrieben, sondern jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Wie in den Vorjahren gab es 2008 aufgrund der Cashflow-Stärke unseres Geschäftsmodells keinen Abwertungs- beziehungsweise Abschreibungsbedarf. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist hier allein währungsbedingt.
Beim Umlaufvermögen hat die Konjunkturkrise ihre erste Spur hinterlassen. Wegen des niedrigeren Umsatzes im vierten Quartal gingen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres um gut 20 Millionen auf 88,4 Millionen Euro zurück. Bei unveränderten Währungskursen wäre der Rückgang noch deutlicher ausgefallen.
Das Zahlungsverhalten der Kunden blieb im Jahresverlauf stabil. Die durchschnittliche Debitorenlaufzeit sank von 39 auf 36 Tage. Die Quote der Forderungsausfälle blieb deutlich unter 0,3 Prozent des Umsatzes. Von der Forderungsseite bekamen wir bislang noch keine Auswirkungen der Konjunkturkrise zu spüren. Und dies ist auch nicht in großem Umfang zu erwarten. Zum einen, weil wir in der Gruppe ein konsequentes Debitorenmanagement mit den beiden wichtigen Säulen Bonitätsprüfung und Mahnwesen betreiben. Zum anderen, weil bei niedrigen durchschnittlichen Auftragswerten von rund 460 Euro und einer breiten Kundenstreuung keine wesentlichen Einzelrisiken auf der Forderungsseite bestehen.
Konzernbilanz: weitere Entschuldung; Eigenkapital über 60 Prozent
Auf
der Passivseite können wir Ihnen heute erneut eine Erhöhung der
Eigenkapitalquote präsentieren. Diese lag zum 31. Dezember 2008 bei
61,7 Prozent gegenüber 58,6 Prozent im Vorjahr. Unser Zielkorridor
liegt hier zwischen 30 und 60 Prozent - diesen haben wir also im
vergangenen Jahr überschritten obwohl wir bereits in 2008 eine
Sonderdividende für das Jahr 2007 ausgezahlt haben. Nicht zuletzt die
hohe Eigenkapitalquote hat uns dazu veranlasst, im Januar ein
Aktienrückkaufprogramm zu starten – dazu werde ich am Ende meiner
Ausführungen noch etwas näher eingehen.
Die Nettofinanzverschuldung des Konzerns reduzierte sich von 81,6 auf 79,9 Millionen Euro. Währungseffekte haben die Nettofinanzposition um 3,5 Millionen Euro ansteigen lassen. Aus dem hohen operativen Cashflow hat TAKKT insgesamt 11,9 Millionen Euro Finanzverbindlichkeiten getilgt – trotz umfangreicher Investitionen und der Auszahlung der Dividende in Höhe von 58,3 Millionen Euro.
Wie Sie sehen, ist der TAKKT-Konzern bilanziell weiterhin sehr solide aufgestellt. Was aus diesen Zahlen nicht ersichtlich ist, ist die Tatsache, dass wir über ein umfangreiches Polster von ungenutzten langfristigen Kreditlinien verfügen. Wir haben deshalb auch in konjunkturell schwierigen Zeiten ausreichend Spielraum, um unsere Wachstumsstrategie nach unseren eigenen Vorstellungen voranzutreiben und sind nicht auf das Wohl und Wehe von Banken oder den Finanzmarkt angewiesen.
Jede Krise bietet bekanntermaßen auch Chancen. Wir sind in der Lage, solche Chancen zu ergreifen.
Meine Damen und Herren,
nachdem ich Ihnen einen Überblick über
die Entwicklung des Gesamtkonzerns gegeben habe, möchte ich noch einmal
kurz auf die Situation in den einzelnen Geschäftsbereichen eingehen.
KAISER + KRAFT EUROPA: Umsatz und EBITDA weiter gesteigert
KAISER
+ KRAFT EUROPA blickt insgesamt auf ein zweigeteiltes Jahr 2008 zurück.
Nach einem sehr guten Start im ersten Halbjahr ist die Wachstumsdynamik
im weiteren Jahresverlauf im Zuge des allgemeinen wirtschaftlichen
Abschwungs eingebrochen. Insgesamt steigerte der Geschäftsbereich
seinen Umsatz um 3,8 Prozent auf 539,3 Millionen Euro. Damit hat sich
dieser Bereich am robustesten geschlagen. Der Umsatzzuwachs beruht
dabei in etwa zu gleichen Teilen auf gestiegenen Auftragszahlen und
höheren Auftragsdurchschnittswerten.
Die Entwicklung verlief allerdings nicht in allen Märkten einheitlich. Während beispielsweise in Deutschland und der überwiegenden Zahl der anderen Landesgesellschaften ein Jahresplus erzielt wurde, lagen Großbritannien und die Niederlande 2008 bereits leicht im Minus.
KAISER + KRAFT EUROPA ist nicht nur im Hinblick auf den Umsatzanteil das Flaggschiff des Konzerns, auch beim Ergebnis sticht dieser Bereich weiterhin signifikant hervor. Die EBITDA-Marge verblieb mit 20,7 Prozent auf sehr hohem Niveau.
Topdeq: trotz Umsatzrückgang stabile Profitabilität
Wie
Sie in meiner ersten Folie gesehen haben, war Topdeq der einzige
Geschäftsbereich, der bereits seit Jahresanfang rückläufige Zahlen
verbuchen musste. Das liegt unter anderem daran, dass das Segment
hochwertiger Büroausstattung am sensibelsten auf die wirtschaftliche
Lage reagiert. Auf die Anschaffung einer Designer-Leuchte für das Büro
des Finanzvorstands kann eben leichter verzichtet werden als auf eine
Sackkarre im Produktionsbetrieb. Der Umsatz sank daher auf 82,7
Millionen Euro. Dies ist ein währungsbereinigter Rückgang von 8,8
Prozent. Aber es gab auch Märkte, in denen 2008 ein Plus erzielt wurde.
Dazu zählen die relativ jungen Märkte Österreich und Belgien, wobei in
Belgien die Wachstumsrate beim Umsatz sogar zweistellig war.
Erfreulich ist mit Blick auf Topdeq hervorzuheben, dass trotz des deutlichen Umsatzrückgangs die EBITDA-Marge mit 7,6 Prozent stabil gehalten wurde. Hier zeigt sich der Erfolg der Repositionierungsstrategie der vergangenen Jahre einerseits und der hohen Kostendisziplin andererseits.
K + K America in USD: rückläufige Kennzahlen durch Conney-Verkauf und Konjunktur
Die
drei Sparten von K + K America entwickelten sich im Jahr 2008
unterschiedlich. Sowohl die Specialties Group, bestehend aus den
Hubert-Gesellschaften in den USA, Kanada und Deutschland, als auch die
Office Equipment Group mit der Kernmarke NBF haben das Umsatzniveau des
Vorjahres gehalten, beziehungsweise sogar leicht ausgebaut. Die
Gesellschaften der Plant Equipment Group mit den Marken C&H in den
USA und in Mexiko sowie Avenue in Kanada mussten hingegen Federn
lassen. Hier kam die Konjunkturschwäche insbesondere im verarbeitenden
Gewerbe voll zum Tragen, zudem wurden zwei unrentable Kataloge
eingestellt.
Bedingt durch die schwierige konjunkturelle Lage und den Conney-Verkauf im September 2007 sank der Umsatz um 11,3 Prozent auf 454,9 Millionen US-Dollar. Bereinigt um die Conney-Zahlen ging der Umsatz hingegen nur um 1,5 Prozent zurück.
Die EBITDA-Marge erreichte 8,6 Prozent gegenüber 9,6 Prozent im Vorjahr.
Ergebnisbelastend wirkte zum einen die konjunkturbedingt geringere Auslastung der Versandhandelsinfrastruktur in der Plant Equipment Group. Zum anderen war im vergangenen Jahr der Start von Hubert in Deutschland mit geplanten Anlaufverlusten verbunden. Mit der erzielten Resonanz wurden unsere Erwartungen jedoch deutlich übertroffen, weshalb wir für 2009 den Markteintritt in ein weiteres europäisches Land planen.
Kennzahlen pro Aktie: Cashflow, Ergebnis und Dividende weiter auf hohem Niveau
Meine Damen und Herren,
soweit
der Überblick über das Zahlenwerk. Quasi als Zusammenfassung der
Entwicklung im vergangenen Jahr, auch im Vergleich zu den Ergebnissen
der letzten fünf Jahre, möchte ich Ihnen mit diesem Chart noch einmal
einen Überblick über die Kennzahlen pro Aktie geben. Hier sehen Sie
sowohl beim Cashflow als auch beim Ergebnis pro Aktie leichte Rückgänge
auf hohem Niveau.
Unverändert zum Vorjahr fällt allerdings der Dividendenvorschlag aus. Auch für das Geschäftsjahr 2008 werden wir der Hauptversammlung, die am 6. Mai 2009 im Forum Ludwigsburg stattfindet, eine Gesamtdividende von 80 Cent pro Aktie vorschlagen. Wie im vergangenen Jahr werden davon 48 Cent Sonderdividende sein. Damit beteiligen wir die Aktionäre erneut in hohem Maße am Ergebnis und Cashflow der TAKKT.
Aktienrückkaufprogramm erfolgreich abgeschlossen
Die
Entwicklung der Kennzahlen pro Aktie liefert die Vorlage für ein Thema,
das bereits in das laufende Geschäftsjahr fällt. Am 15. Januar 2009
haben wir ein Rückkaufangebot für bis zu 7,29 Millionen Aktien der
Gesellschaft, das entsprach zehn Prozent des ausstehenden Kapitals zu
diesem Zeitpunkt, zu einem Preis von 7,90 Euro veröffentlicht. Das
Angebot, das bis zum 10. Februar 2009 lief, stieß auf eine große
Resonanz, sodass jedem teilnehmenden Aktionär nur eine Quote von circa
14,5 Prozent der angedienten Anteile abgekauft wurden. Insgesamt haben
wir durch den Rückkauf rund 58 Millionen Euro Eigenkapital an die
Aktionäre zurückgeführt. Die erworbenen Aktien wurden bereits Ende
Februar 2009 eingezogen.
Auf einen Hintergrund habe ich bereits beim Kapitel Bilanz hingewiesen: Unsere Eigenkapitalquote hat im vergangenen Jahr unseren Zielkorridor überschritten. Der Erwerb der eigenen Aktien und die damit verbundene Herabsetzung des Eigenkapitals führt zu einer Verbesserung der Bilanzstruktur mit Blick auf die Gesamtkapitalkosten. Auf die Bilanz wirkt der Rückkauf wie eine rund 10-prozentige Reduktion der Eigenkapitalquote, sodass der TAKKT-Konzern selbst nach dem Rückkauf noch eine Eigenkapitalquote von sehr soliden 50 Prozent aufweist. Durch den erfolgten Einzug der erworbenen Aktien werden sich zudem positive Effekte auf das Ergebnis und den Cashflow pro Aktie ergeben.
TAKKT Aktie: besser als Index in schwierigem Kapitalmarktumfeld
Das
Rückkaufprogramm war ein weiterer Schritt, mit dem wir die
Attraktivität der TAKKT-Aktie erhöhen wollen. Neben den positiven
Effekten auf Eigenkapitalrendite und Kennzahlen pro Aktie führte der
Rückkauf auch zu einem höheren Free-Float-Anteil von nunmehr 29,6
Prozent. Die Franz Haniel & Cie. GmbH bleibt mit 70,4 Prozent der
Anteile weiterhin Großaktionärin.
Trotz dieser aktionärsfreundlichen Politik, zu der auch noch die hohe Ausschüttungsquote gehört, trotz der wiederholt ausgezeichneten IR-Arbeit – mit der Kursentwicklung unserer Aktie waren wir im vergangenen Jahr nicht zufrieden. Zwar haben wir uns etwas besser als der Markt geschlagen, die operative Leistung des Unternehmens spiegelt sich aus unserer Sicht nur ungenügend in der Preisentwicklung unserer Aktie wider.
In der aktuellen Phase der Unsicherheit ist es natürlich noch schwieriger, sich von der alles beherrschenden Stimmung abzusetzen. Aber wir sind davon überzeugt, dass es der TAKKT-Gruppe auch in Zukunft gelingen wird, den eingeschlagenen Erfolgsweg fortzusetzen.
Denn TAKKT ist aus zwei Gründen finanziell sehr gut aufgestellt, um durch die Konjunktur- und Wirtschaftskrise zu navigieren: Zum einen verfügen wir über ein cashflow-starkes Geschäftsmodell. Zum anderen ist unsere Finanzierungsstruktur mit Blick auf Eigenkapitalquote und freie langfristige Kreditlinien sehr solide. Damit haben wir alle Flexibilität, um auch in schwierigen Zeiten Wachstumschancen nutzen zu können. Um zum anfangs genutzten Bild zurückzukommen: Wir haben TAKKT in guten Zeiten wetterfest gemacht und können unsere Fahrt deshalb guten Mutes auch bei Sturm fortsetzen.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und gebe nun das Wort zurück an Herrn Gayer.