Vorstandsvorsitzender der TAKKT AG
Es gilt das gesprochene Wort.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
herzlich willkommen zur
diesjährigen Bilanzpressekonferenz der TAKKT AG. Gemeinsam mit meinen
Kollegen möchte ich Sie heute über den Geschäftsverlauf der
TAKKT-Gruppe im Jahr 2007 informieren.
Zunächst möchte ich von den wesentlichen Entwicklungen und Highlights des vergangenen Jahres berichten. Im Anschluss daran stellt Ihnen Herrn Dr. Funck die Zahlen des TAKKT-Konzerns vor. Danach informiere ich Sie über unsere strategische Agenda und die Prognose für das Geschäftsjahr 2008. Abschließend stehen wir Ihnen für Ihre Fragen zur Verfügung.
Beginnen möchte ich mit drei wichtigen personellen Veränderungen – zum einen im TAKKT-Aufsichtsrat, zum anderen im TAKKT-Vorstand.
Seit dem 1. Januar 2008 ist Alexander von Witzleben neuer
Aufsichtsratsvorsitzender der TAKKT AG. Er löst damit Prof. Dr. Klaus
Trützschler ab, der nun als sein Stellvertreter fungiert. Mit diesem
Wechsel wird der veränderten Zuständigkeit für TAKKT im Vorstand der
Franz Haniel & Cie. GmbH als TAKKT-Mehrheitsaktionärin Rechnung
getragen.
Mit Thomas A. Loos verließ uns im Juli 2007 ein
Mitglied des TAKKT-Vorstands aus gesundheitlichen Gründen. Er war
verantwortlich für den nordamerikanischen Geschäftsbereich K + K
America. Bis Ende April werde ich seine Geschäfte kommissarisch
weiterführen. Ab 1. Mai 2008 wird dann Herr Dr. Zimmermann den
Geschäftsbereich als stellvertretender Vorstandsvorsitzender
übernehmen.
Mit Herrn Dr. Zimmermann haben wir einen Kollegen gewinnen können, dessen Herz für den B2B-Versandhandel schlägt. Er war von 1999 bis Mai 2004 als Finanzvorstand für uns tätig und hatte die Abspaltung und den Börsengang maßgeblich vorangetrieben.
Das Geschäftsjahr 2007 – weiter auf Wachstumskurs
Verehrte Damen und Herren,
das
Jahr 2007 stand ganz im Zeichen unserer erfolgreichen Strategie der
internationalen Diversifizierung. Die TAKKT-Gruppe hat ihre Umsätze und
Ertragszahlen erneut deutlich steigern können – und das noch stärker
als erwartet. Diesen Erfolg konnten wir trotz der weltweit
uneinheitlichen Konjunktur erzielen. Während das Wirtschaftswachstum in
den USA rückläufig war, blieb es in Europa relativ stabil. In diesem
anspruchsvollen Umfeld gewann TAKKT sowohl Marktanteile als auch neue
Kunden. Der Konzern schloss das Geschäftsjahr mit einem neuen
Umsatzrekord von 986,2 Millionen Euro ab. Gegenüber 2006 entspricht das
einem Plus von 2,9 Prozent. Bereinigt um Wechselkursschwankungen und
die Umsätze der per 30. September 2007 verkauften nordamerikanischen
Gesellschaft Conney Safety Products LLC (Conney) beträgt das organische
Umsatzplus gute 9,2 Prozent. Dieser Wert liegt erneut deutlich über
unserem langfristigen Durchschnitt von rund sechs Prozent pro Jahr.
Ebenso erfreulich entwickelte sich 2007 die Profitabilität unserer Gruppe. Mit einer EBITDA-Marge von 14,4 Prozent liegen wir über dem langfristigen Zielkorridor von elf bis 13 Prozent.
Das Periodenergebnis ist mit rund 27 Prozent noch stärker gewachsen als die Umsätze. Neben einer weiteren Effizienzverbesserung haben geringere Zinsaufwendungen und eine leicht gesunkene Steuerquote dazu beigetragen.
Auch beim Cashflow konnten wir einen neuen Spitzenwert verbuchen. Mit 101,2 Millionen Euro liegt er erstmals im dreistelligen Millionenbereich.
Die Bilanzstruktur von TAKKT bleibt unverändert solide. Durch den Verkauf unserer nordamerikanischen Konzerntochter Conney ist die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr etwas niedriger. Mit Hilfe des hohen operativen Cashflows sowie des Verkaufserlöses für Conney konnte der Konzern seine Verschuldung deutlich reduzieren. Und dies trotz wesentlich höheren Investitionen im Jahr 2007. Das Kapital floss vor allem in weitreichende Kapazitätserweiterungen unserer Lagerinfrastruktur. Wir sind so in der Lage, das gestiegene Geschäftsvolumen noch schneller und mit besserem Service abzuwickeln und unsere Marktstellung weiter auszubauen.
Von unserem Erfolg im Geschäftsjahr 2007 sollen auch unsere Aktionäre profitieren. Daher planen wir, der Hauptversammlung eine deutliche Dividendenerhöhung vorzuschlagen. Die Gesamtdividende, bestehend aus Basis- und Sonderdividende, soll auf insgesamt 80 Cent pro Aktie steigen, was einer Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Weitere Einzelheiten dazu später.
TAKKT-Highlights 2007
Nun zu den TAKKT-Highlights 2007:
Beginnen
möchte ich mit unserem größten Geschäftsbereich, KAISER + KRAFT EUROPA.
Dieser setzte 2007 seine Erfolgsgeschichte in einem positiven
konjunkturellen Umfeld mit zweistelligen organischen Wachstumsraten mit
allen Marken fort: Neue Kunden, gestiegene Auftragszahlen und höhere
durchschnittliche Auftragswerte kennzeichnen das Rekordjahr dieses
Geschäftsbereichs. Auch 2007 wurde die internationale Expansion
fortgesetzt. Der Mehrmarkenstrategie folgend stieg der Geschäftsbereich
mit der Marke KAISER + KRAFT in den slowakischen Markt ein. Im Juni
wurden dort die ersten Kataloge verschickt. Dabei konnte die
Gesellschaft von den Erfahrungen der Schwestergesellschaft KWESTO
profitieren, die bereits seit 2002 vor Ort aktiv ist.
Aber nicht nur die Neugründung des Jahres 2007 in der Slowakei war erfolgreich. Auch die Entwicklungen bei den jungen Gesellschaften von Gaerner in Frankreich sowie KAISER + KRAFT in China haben unsere Erwartungen übertroffen.
Beim zweiten Geschäftsbereich Topdeq trug die Repositionierung als Premiummarke 2007 weiterhin Früchte. Besonders positiv fiel das operative Ergebnis aus. Um als Premiummarke den Kunden einen Premiumservice bieten zu können, hat Topdeq in den USA zwei neue Lagerstandorte in Betrieb genommen. Damit kann Topdeq seine Kunden nunmehr flächendeckend in maximal 48 Stunden beliefern. Ein einmaliger Service in den USA.
Gemeinsam mit der KAISER + KRAFT EUROPA GmbH baut Topdeq das bestehende Lager in Pfungstadt zu einem gemeinsamen Logistikzentrum für Büroausstattung aus.
Im März 2007 fiel der Startschuss, ab Mitte 2008 werden aus dem nahezu doppelt so großen Lager unsere Kunden beliefert. Die gesamte Investition am Standort Pfungstadt wird sich auf rund 40 Millionen Euro belaufen und über 30 Mitarbeitern einen neuen Arbeitsplatz bieten.
Bei unserem dritten Geschäftsbereich möchte ich zunächst auf den Verkauf von Conney eingehen:
Der
Verkauf erfolgte aus mehreren Gründen. Erstens aus strategischen
Gründen. Conney vertreibt vor allem Verbrauchsartikel aus den Bereichen
Erste Hilfe und Arbeitssicherheit. Diese Produkte werden zunehmend als
Massenware gehandelt und führen zu einem immer stärkeren Preisdruck und
damit zu einer Margenschwäche.
Des Weiteren folgen wir mit dem Verkauf von Conney konsequent unserer Strategie, uns auf den B2B-Versandhandel mit langlebigen Ausrüstungsgegenständen zu konzentrieren.
Es gab aber auch interne Gründe. Wir waren zu klein, um bessere Einkaufspreise zu erzielen. Dies zu ändern wäre nur durch eine bedeutende Akquisition möglich gewesen. Nicht zuletzt veranlassten uns geringe Synergien zwischen dem Kerngeschäft von TAKKT und Conney, die Gesellschaft zu verkaufen.
Die 2006 akquirierte National Business Furniture (NBF)-Gruppe ergänzt den Geschäftsbereich weiterhin optimal. Das Unternehmen hat sein Portfolio um Privatkunden bereinigt, die unter der reinen Internet-Marke FurnitureOnline.com umworben wurden. Der Grund für diesen Schritt: Private Auftraggeber sind weniger loyal und weisen höhere Retourenquoten und Forderungsausfälle auf; zudem ist das Absatzpotenzial pro Kunde bei Gewerbekunden ungleich höher als bei Privatbestellern. Entsprechende Umsatzrückgänge wurden durch deutliche Zuwächse mit den bestehenden Geschäftskunden mehr als ausgeglichen. Mit einer EBITDA-Marge von 8,6 (6,7) Prozent ist NBF schon 2007 nahe dem Ziel einer zweistelligen EBITDA-Marge, welches für 2010 angepeilt ist.
Nicht vergessen möchte ich unsere Perle Hubert. Auch im Berichtsjahr konnte Hubert die Verkaufszahlen und die Ergebnisse steigern.
Um das ständig höhere Geschäftsvolumen abwickeln zu können und den Kunden ein noch größeres Angebot anbieten zu können, wurde 2007 die Lagerkapazität in Harrison/Ohio nahezu verdoppelt.
An dieser insgesamt erfreulichen Entwicklung möchte die TAKKT AG auch ihre Aktionäre beteiligen. Der Vorstand wird zusammen mit dem Aufsichtsrat daher der nächsten Hauptversammlung eine deutliche Dividendenerhöhung vorschlagen. Die Basisdividende soll um 28 Prozent auf 32 Cent pro Aktie steigen. Darüber hinaus ermöglicht uns der Liquiditätszufluss durch den Verkauf von Conney die Zahlung einer Sonderdividende von 48 Cent. Die Gesamtdividende beträgt somit 80 Cent pro Aktie. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Dividende damit mehr als verdreifacht. Auch künftig wird TAKKT seine Aktionäre in hohem Maße am Ergebnis und Cashflow des Konzerns direkt beteiligen, sofern keine größeren Investitionen beziehungsweise Akquisitionen durchgeführt werden.
Bei TAKKT profitieren die Aktionäre überdurchschnittlich vom Unternehmenserfolg. Dabei ist die Höhe der Dividende keineswegs die einzige Information, die von Interesse ist. TAKKT ist deshalb stets darum bemüht, alle Interessierten möglichst zeitnah und umfassend über die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie über alle Veränderungen und Sondereffekte im Berichtszeitraum in Kenntnis zu setzen. Dieses Engagement hat das Wirtschaftsmagazin „Capital“ in seinem jährlichen Investor-Relations-Wettbewerb wieder gewürdigt. Nach zwei dritten Plätzen 2005 und 2006 belegte TAKKT im SDAX-Segment 2007 den ersten Platz.
TAKKT zeichnet sich nicht allein durch gute Produkte, eine erfolgreiche Unternehmensstrategie und seine transparente Finanzkommunikation aus. Eine so erfreuliche Geschäftsentwicklung wie 2007 kann der Konzern nur erreichen, wenn er sich auf einen weiteren wesentlichen Erfolgsfaktor verlassen kann – seine Mitarbeiter. Daher möchte ich mich an dieser Stelle im Namen des Vorstands bei allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement bedanken.
Was das Management und die Mitarbeiter in den letzten Jahren geleistet haben, kann sich sehen lassen und kann als vorbildliche Entwicklung bezeichnet werden. Das Chart hinter mir verdeutlicht dies durch den vergleich der Kennzahlen von 2007 mit 2003.
TAKKT 2003 – 2007: eine beeindruckende Entwicklung
Der
Umsatz erhöhte sich in den letzten fünf Jahren trotz immer schwächer
werdendem US-Dollar um 38,1 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern
sowie Abschreibungen, kurz EBITDA, stieg um 77,8 Prozent. Getoppt wurde
diese gute Zahl durch die Steigerung des Ergebnisses vor Steuern, das
um 185,7 Prozent anstieg.
Die wichtigste Zahl – das Periodenergebnis beziehungsweise der Gewinn nach Steuern – stieg sogar um 225,3 Prozent an.
Wir sind dadurch wie berichtet in der Lage, die Dividende erneut zu erhöhen. Im Vergleich zu 2003 wird sich die Gewinnausschüttung um das Siebenfache erhöhen.
Wir haben dies erreicht durch ständig verbesserte Angebote, besseren Service und effizientere Prozesse – und wir haben dies erreicht, ohne Auslagerung von Arbeit in „scheinbare“ Billiglohnländer vorzunehmen. Wir konnten dadurch unsere Arbeitsplätze im Konzern um über acht Prozent ausbauen.
Nachdem ich Ihnen die wichtigsten Fakten und Highlights des Geschäftsjahres 2007 vorgestellt habe, übergebe ich nun an unseren Finanzvorstand Herrn Dr. Funck. Er wird Sie über alle relevanten Kennzahlen des Konzerns im Berichtsjahr im Detail informieren.
Ausblick 2008
Meine verehrten Damen und Herren,
was
wird uns nach einem solchen Rekordjahr in 2008 erwarten? Wir glauben:
ein weiteres erfolgreiches Jahr! TAKKT ist vorsichtig optimistisch,
dass der Konzern weiter wachsen wird. Allerdings dürfen wir uns bei
unserer Prognose nur auf unser erfolgreiches Geschäftsmodell und unsere
eingeleiteten Maßnahmen stützen. Von positiven konjunkturellen
Einflüssen können wir 2008 nicht ausgehen. Auf die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen komme ich gleich noch zu sprechen. Lassen Sie mich
zunächst unsere mittel- und langfristigen Wachstumsziele skizzieren –
und was die TAKKT-Gruppe unternimmt, um diese Ziele zu erreichen.
Ausblick: strategische Agenda
Wachstumsziele
In
den vergangenen zwei Jahrzehnten konnte TAKKT seinen Umsatz um
durchschnittlich zwölf Prozent pro Jahr steigern – in etwa zu gleichen
Teil durch Akquisitionen und organisches Wachstum. Für die Zukunft hat
sich das Management das Ziel gesetzt, diesen Wachstumspfad
fortzusetzen.
Wachstumsinitiativen
Wie ich bereits erwähnt habe, darf
sich TAKKT nicht auf positive konjunkturelle Einflüsse verlassen,
sondern muss selbst die Initiative ergreifen, um das
Unternehmenswachstum weiter voranzutreiben. Dafür optimieren und
erweitern wir kontinuierlich unser Produktangebot, unsere Kataloge und
unsere Servicedienstleistungen.
Ein weiterer Erfolgsfaktor des Konzerns ist das Ausrollen unseres Systemgeschäfts in lukrative neue Märkte sowie der Know-how-Transfer innerhalb der TAKKT-Gruppe. Davon profitieren wir auch beim Hubert-Start in Europa. Zum ersten Mal in der TAKKT-Geschichte kommt eine Marke aus den USA nach Europa. Hubert ist US-Marktführer im Versandhandel für Ausrüstungsgegenstände im Einzelhandel und in der Gastronomie und hat sich dort auch im letzten Jahr wieder außerordentlich positiv entwickelt. Der Versand des ersten Katalogs in Deutschland ist für Mai 2008 geplant.
Ein anderes wichtiges Thema ist der 2007 gestartete Ausbau unserer Lagerinfrastruktur. Um weiter expandieren zu können, neue Möglichkeiten für den internationalen Einkauf zu schaffen sowie den Umfang der direkt ab Lager verfügbaren Produkte für die Kunden weiter auszubauen, setzen wir in 2008 die Erweiterung der Lagerkapazitäten in Skandinavien und Osteuropa fort.
Nicht zuletzt treiben wir unsere Mehrmarkenstrategie weiter voran. Für dieses Jahr ist der Markteinstieg der KAISER + KRAFT EUROPA-Gesellschaft Gaerner in Spanien geplant. Dort ist die Marke KAISER + KRAFT bereits seit 1989 erfolgreich vertreten.
Margensteigerungspotenzial weiter vorhanden
Wie
Ihnen bereits Herr Dr. Funck dargestellt hat, verfügt TAKKT über ein
großes Potenzial, die Ergebnismargen zu steigern. Für den
Geschäftsbereich KAISER + KRAFT EUROPA hat der Konzern das Ziel, die
EBITDA-Marge weiterhin auf hohem Niveau zu halten.
Topdeq konnte die EBITDA-Marge 2007 von 5,0 auf 7,6 Prozent verbessern. Die Repositionierung als Premiummarke hat dieses gute Ergebnis maßgeblich unterstützt. Das Management erwartet, dass sich diese strategische Entscheidung weiter positiv auswirkt. Das Ziel für diesen Geschäftsbereich ist daher, die EBITDA-Marge bis spätestens 2010 auf einen zweistelligen Wert zu steigern.
Bei K + K America rechnen wir im Produktbereich Betriebsausstattung (Plant Equipment Group) mit einer positiven Entwicklung der Marge durch die Konzentration auf das Kerngeschäft und die Optimierung der Betriebsabläufe.
Für den Spezialanbieter Hubert hat TAKKT das Ziel, das hohe Margenniveau dieser Gesellschaft auch trotz des Deutschland-Starts und den damit verbundenen Anlaufkosten weiter zu halten.
Die NBF-Gesellschaften mit dem Schwerpunkt Büroausstattung haben genau wie Topdeq geplant, bis 2010 eine EBITDA-Marge in zweistelliger Höhe zu erreichen. Dieses soll unter anderem durch die schrittweise Einführung des Lagergeschäfts in diesem Bereich erreicht werden. Zudem rechnet der Konzern aufgrund der Trennung vom margenschwachen Conney-Geschäft auch mit einer strukturellen Verbesserung der EBITDA-Marge des Geschäftsbereichs K + K America.
Das erreichte Niveau und die vorgestellten Margensteigerungspotenziale der TAKKT-Geschäftsbereiche haben uns veranlasst, den Zielkorridor für die EBITDA-Marge ab 2008 erneut anzuheben – auf nunmehr zwölf bis 15 Prozent.
Ausblick: konjunkturelle Rahmenbedingungen – kein Rückenwind
Wie
ich bereits betonte, dürfen wir nicht erwarten, dass konjunktureller
Rückenwind unser Geschäft belebt. Wirtschaftsexperten erwarten für die
Jahre 2008 und 2009 lediglich ein europäisches Wirtschaftswachstum von
1,6 beziehungsweise 1,7 Prozent. Die Ursache hierfür ist unter anderem
die rückläufige Exportdynamik als Folge des starken Euros und der
schwächeren US-Wirtschaft. Außerdem sind hohe Rohstoffpreise und die
Unsicherheit an den Kapitalmärkten zusätzliche Risikofaktoren.
Für Deutschland prognostizieren die Experten ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent im Jahr 2008 und 1,5 Prozent im Jahr 2009.
In Nordamerika ist eine Ausweitung der Risiken aus den Immobilien- und Finanzmärkten zu erwarten. Entsprechend geht TAKKT von keiner Verbesserung der nordamerikanischen Wirtschaft aus. Für 2008 ist daher in den USA nur mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent zu rechnen.
Das dynamische Wachstum der asiatischen Länder wird wahrscheinlich weiter anhalten. Doch aufgrund der noch begrenzten Geschäftsaktivitäten des Konzerns in diesen Märkten wird dies TAKKT keine nennenswerten Impulse geben.
Ausblick: Prognose vorsichtig optimistisch
Unsere
Prognose bezeichnen wir als vorsichtig optimistisch, weil wir von
keinen positiven konjunkturellen Einflüssen in den für uns relevanten
Regionen ausgehen können. Dennoch sind wir im Hinblick auf die weitere
Entwicklung unseres Unternehmens optimistisch, da der B2B-Versandhandel
noch große Potenziale besitzt, die wir ausschöpfen werden.
Wir gehen davon aus, unsere Umsätze 2008 organisch (das heißt bereinigt um Währungseffekte sowie Akquisitionen und die Conney-Desinvestition) um mindestens vier Prozent zu steigern.
Aufgrund der Stabilität des Geschäftsmodells wird die Rohertragsmarge – unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung in Europa und Nordamerika – auch 2008 wieder über der 40-Prozent-Marke liegen.
Zudem sind wir davon überzeugt, unsere Ertragskennzahlen insbesondere auch aufgrund der erwarteten Profitabilitätssteigerung in den Geschäftsbereichen Topdeq und K + K America auch dieses Jahr weiter zu erhöhen. Deshalb streben wir eine EBITDA-Marge in der oberen Hälfte unseres angehobenen Zielkorridors von zwölf bis 15 Prozent an.
Das Investitionsvolumen wird 2008 gegenüber dem Berichtsjahr wieder sinken. Dennoch wird es über dem langjährigen Durchschnitt von ein bis zwei Prozent des Umsatzes liegen. Denn nicht alle 2007 begonnenen Investitionsprojekte wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen. Für 2009 ist zu erwarten, dass das Investitionsvolumen wieder den langfristigen Durchschnitt erreicht.
Wie Sie sehen, TAKKT ist ein kerngesundes Unternehmen, trotzdem liegt viel Arbeit vor uns. Deshalb werden wir keine Zeit verlieren und den Erfolg der TAKKT-Gruppe weiter vorantreiben.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Der Vorstand steht Ihnen nun für Ihre Fragen zur Verfügung.