Rede von Dr. Florian Funck

Vorstand Controlling und Finanzen der TAKKT AG

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrte Damen und Herren,
auch ich möchte Sie herzlich begrüßen. Herr Gayer hat Ihnen bereits beschrieben, dass die Geschäftsentwicklung von TAKKT 2006 überaus erfreulich war. Ich möchte dies jetzt ausführlich mit Zahlen belegen und Ihnen zeigen, welche Effekte der positive Geschäftsverlauf im Einzelnen auf den Jahresabschluss des Konzerns hat.

Neben durchweg erfreulichen Kennzahlen gibt es ein zweites Thema, das meinen Bericht im Folgenden durchziehen wird. Und das ist die NBF-Akquisition, die sowohl das Wachstum als auch die Profitabilitätskennzahlen im Jahr 2006 beeinflusst hat. Um Ihnen diese Effekte zu verdeutlichen, werde ich an einigen Stellen auch akquisitionsbereinigte Werte erläutern.

Umsatz: währungsbereinigtes Wachstum von 24,4 Prozent und 10,1 Prozent ex NBF
Durchweg positiv – so lässt sich die Umsatzentwicklung bei TAKKT im vergangenen Jahr kurz zusammenfassen. 2006 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 958,5 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2005 bedeutet das ein Plus von 24,0 Prozent. Dabei hatten veränderte Währungskurse bei den GuV-Kennzahlen 2006 keinen großen Einfluss. Bei konstanten Wechselkursen erhöhte sich der Konzernumsatz um 24,4 Prozent.

Im Berichtsjahr lag der Umsatzanstieg des Konzerns somit deutlich über dem Wachstumspfad der vergangenen 20 Jahre, der im Schnitt immerhin zwölf Prozent betragen hat.

Zu diesem positiven Ergebnis haben alle drei Wert- und Wachstumstreiber von TAKKT beigetragen. Erstens hat TAKKT organisch rund 70.000 Kunden hinzugewonnen. Zweitens ist die Gesamtzahl der Aufträge um 10,2 Prozent gestiegen. Und drittens erhöhte sich auch der durchschnittliche Auftragswert. Alle drei Geschäftsbereiche haben dabei ihren Anteil am Umsatzanstieg. Dazu später mehr.

Die sehr erfreuliche Umsatzentwicklung wurde natürlich durch die NBF-Akquisition und die vor allem in Europa positive Konjunktur unterstützt. Von den gut 24 Prozent Wachstum gehen allein 14 Prozentpunkte auf das Konto von NBF. Aber: Unser organisches Wachstum von zehn Prozent ist ein eindrücklicher Beweis für die Wachstumskraft des TAKKT-Geschäftsmodells und für die Chancen des B2B-Versandhandels. Ein Prozentpunkt Umsatzplus ist den Neugründungen in den Jahren 2005 und 2006 zuzurechnen.

Umsatz: Portfolio durch NBF-Akquisition weiter diversifiziert
Meine Damen und Herren,
dass TAKKT im Hinblick auf die Geschäftsbereiche und Regionen weiterhin breit aufgestellt ist, sehen Sie auf diesem Chart. Im Vergleich zu 2005 hat es dabei Veränderungen gegeben, die vor allem auf die NBF-Akquisition zurückzuführen sind. Nach wie vor ist KAISER + KRAFT EUROPA der Geschäftsbereich mit dem höchsten Umsatz. Das Unternehmen erwirtschaftete 2006 mit rund 47 Prozent etwas weniger als die Hälfte des gesamten Konzernumsatzes. Gleichzeitig stieg der Anteil von K + K America am Umsatz der TAKKT-Gruppe um 6,5 Prozentpunkte auf jetzt 44 Prozent. Der Umsatzanteil  von Topdeq fiel leicht auf 8,9 Prozent.

Regional betrachtet verteilt sich der Konzernumsatz weiterhin im Wesentlichen auf drei Regionen. Analog zu den Veränderungen bei den Geschäftsbereichen gab es auch hier durch die NBF-Akquisition Verschiebungen. Gemessen an 2005 ist der Anteil von Nordamerika erwartungsgemäß gestiegen. Die Anteile der anderen Regionen sind entsprechend zurückgegangen. Ausnahme: Die „sonstigen Märkte“, die insbesondere für Asien stehen, legten zu. Konkret in Prozent ausgedrückt sehen die Anteile wie folgt aus: 2006 erwirtschaftete Deutschland 21 Prozent des Konzernumsatzes. In den anderen europäischen Märkten waren es 33 Prozent. Der Anteil der Gesellschaften in Nordamerika liegt jetzt bei 45,6 Prozent. Bleiben noch die „Sonstigen“, also Asien und Mexiko. Sie trugen 0,4 Prozent zum Umsatz der TAKKT-Gruppe bei.

E-Business bei TAKKT: stetig steigende Bedeutung
Für TAKKT ist nicht nur von Interesse, wie viele Aufträge uns jährlich erreichen. Für uns ist es auch wichtig zu wissen, auf welchem Weg die Aufträge bei den Geschäftsbereichen eingehen. Deshalb gliedern wir den Umsatz auch nach dem Bestellweg, also ob eine Bestellung per Brief, Fax, Telefon oder Online eingeht. Dabei stellen wir fest: Der in den vergangenen Jahren beobachtete Trend in Richtung Online-Bestellung hat sich im Berichtsjahr fortgesetzt. In den vergangenen fünf Jahren ist der Umsatzanteil des E-Business durchschnittlich um rund 40 Prozent pro Jahr gewachsen. 2006 lag das Online-Auftragsvolumen mit 12,1 Prozent erstmals im zweistelligen Bereich. Zu diesem Wachstum haben alle drei Geschäftsbereiche beigetragen. Durch die NBF-Akquisition haben wir mit OfficeFurniture.com, FurnitureOnline.com und OfficeChairs.com jetzt sogar drei Marken im Portfolio, die Büroausstattung ausschließlich online vertreiben.

TAKKT unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Arten des E-Business: E-Commerce sowie E-Procurement. E-Commerce meint Online-Bestellungen über die verschiedenen TAKKT-Webshops. Beim E-Procurement wird dagegen ein maßgeschneiderter Online-Katalog in das Intranet des Kunden integriert oder auf Beschaffungsmarktplätzen bereitgestellt. Beide Wege haben zum Ausbau der Online-Bestellungen beigetragen.

Rohertrag: Marge auch nach NBF-Akquisition über 40 Prozent
Auch wenn bei dieser Bilanzpressekonferenz die Zahlen des Jahres 2006 im Vordergrund stehen, möchte ich zunächst Ihren Blick auf die langjährige Entwicklung der Rohertragsmargen des Konzerns lenken. TAKKT war und ist in der Lage, unabhängig von konjunkturellen Rahmenbedingungen hohe und starke Rohertragsmargen zu erzielen. Dieses Margenniveau bildet auch die Basis für die gleichbleibend hohe Profitabilität unseres Geschäftsmodells.

2006 sank die Rohertragsmarge von 41,4 auf 40,6 Prozent. Dies ist allerdings auf die NBF-Akquisition zurückzuführen. Denn derzeit erwirtschaftet NBF noch Rohertragsmargen, die unter dem Durchschnitt der TAKKT-Gruppe liegen. Ohne NBF wäre die Rohertragsmarge des Konzerns dagegen leicht auf 41,6 Prozent gestiegen. Gründe hierfür sind optimierte Angebote, günstigere Einkaufskonditionen und besserer Service.

EBITDA: Marge oberhalb des bisherigen Zielkorridors von zehn bis zwölf Prozent
Meine Damen und Herren,
kommen wir nun zum EBITDA, also dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen. TAKKT verwendet diese Kennzahl als zentrale Steuerungsgröße für die operative Profitabilität des Geschäfts. Mit knapp 120 Millionen Euro haben wir hier 2006 einen neuen Rekordwert erreicht.

Die EBITDA-Marge für das Berichtsjahr liegt bei 12,5 Prozent und somit oberhalb unseres langfristigen Zielkorridors von zehn bis 12 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Marge leicht gesunken. Einziger Grund ist der NBF-Erwerb. Denn wie schon erwähnt, erwirtschaftet NBF derzeit noch Margen, die unter dem TAKKT-Durchschnitt liegen.

Damit an dieser Stelle aber kein falscher Eindruck entsteht: TAKKT ist nach wie vor überaus zufrieden mit NBF. Die rasch fortschreitende Integration in den Konzern verläuft planmäßig. Und bereits im ersten Jahr der Zugehörigkeit zur TAKKT-Gruppe stieg die Profitabilität: Hatte NBF vor dem Kauf noch eine EBITDA-Marge von knapp fünf Prozent, sind es jetzt rund sieben Prozent.

Ohne die NBF-Akquisition wäre die EBITDA-Marge auf 13,2 Prozent gestiegen – trotz der geplanten Anlaufverluste für neue und junge Gesellschaften, beispielsweise in Frankreich, China und Österreich. Grundlage war die soeben beschriebene hohe und stabile Rohertragsmarge. Hinzu kommen noch Kostendegressionseffekte durch eine verbesserte Kapazitätsauslastung.

Wie Herr Gayer schon sagte, hatten wir für die EBITDA-Marge bislang einen Zielkorridor zwischen zehn und zwölf Prozent vorgegeben. Sowohl 2005 als auch 2006 haben wir diesen Zielbereich überschritten. Ab 2007 erhöhen wir nun unseren Zielmargenbereich um einen Prozentpunkt. Er liegt somit jetzt bei elf bis 13 Prozent. Dies geschieht insbesondere mit Blick auf die nachhaltig positiven Ertragsaussichten bei KAISER + KRAFT EUROPA sowie die laufenden Projekte zur Verbesserung der Profitabilität bei Topdeq und K + K America.

Ergebnis vor Steuern: deutliche Steigerung
Auch das Ergebnis vor Steuern hat sich erfreulich entwickelt und ist um 18 Prozent gestiegen, wie Sie auf diesem Chart sehen können. Zwar ist gleichzeitig die Marge leicht zurückgegangen, dies liegt jedoch allein an technischen Effekten aus der NBF-Akquisition im Bereich Zinsen und Abschreibungen.

So wurde im Zuge der erstmaligen Konsolidierung von NBF der Kaufpreis teilweise auf identifizierbare immaterielle Vermögensgegenstände verteilt. Diese werden nun seit Jahresbeginn abgeschrieben. Allein dies belastet das Ergebnis mit knapp vier Millionen Euro. Umgerechnet auf die Marge sind das 0,4 Prozentpunkte.

Zudem wurde zu Beginn des Berichtsjahrs der Kaufpreis für NBF bezahlt. Das hat die Verschuldung und somit auch die Zinsbelastung im Konzern erhöht. Entsprechend fiel das Finanzergebnis von rund minus zehn auf minus zwölf Millionen Euro.

Periodenergebnis: Profitabilität auf hohem Niveau gehalten
Das Periodenergebnis von TAKKT stieg 2006 um 24,0 Prozent auf rund 62 Millionen Euro. Die Marge beträgt unverändert 6,5 Prozent. Dass TAKKT hier eine zum Vorjahr unverändert hohe Marge aufweist, liegt auch an einer positiven Entwicklung der Steuerquote: Sie ist von 36 Prozent im Jahr 2005 auf 32,7 Prozent im Berichtsjahr gefallen. Verantwortlich dafür sind zum einen Wertaufholungen der in den Vorjahren vorgenommenen Abwertungen von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge. Zum anderen sind die Steuersätze in vielen Ländern Europas niedriger als in Deutschland und Nordamerika. Der Anteil von KAISER + KRAFT EUROPA ohne Deutschland am Vorsteuerergebnis des Konzerns hat sich gegenüber 2005 erhöht.

Cashflow: neuer Rekordwert belegt Ertrags- und Finanzierungskraft
Wie Sie hier sehen, haben wir beim Cashflow eine neue Bestmarke erreicht: Er betrug im vergangenen Jahr 81,7 Millionen Euro. Dieser Rekordwert spiegelt unsere hohe Ertragskraft wider. Dass die Marge mit 8,5 Prozent konstant auf dem hohen Vorjahresniveau liegt, zeigt, dass TAKKT profitabel wächst – zum einen durch den Ausbau bestehender Geschäfte, zum anderen durch Akquisitionen.

Mitarbeiter: Anstieg im Wesentlichen durch NBF-Akquisition
Meine Damen und Herren,
die guten Zahlen, die ich Ihnen heute präsentieren kann, sind vor allem auf die Leistung aller TAKKT-Mitarbeiter zurückzuführen. Jeder einzelne von ihnen trägt maßgeblich zum Gesamterfolg des Konzerns bei. Auch ich möchte deshalb diese Gelegenheit nutzen, um mich bei allen Mitarbeitern für ihre Arbeit zu bedanken.

Unser dynamisches Wachstum im vergangenen Jahr zeigt sich auch in der Mitarbeiterzahl: Diese ist erstmals in der TAKKT-Geschichte auf mehr als 2.000 Vollzeitbeschäftigte angestiegen. Durch die NBF-Akquisition erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um 122 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Vollzeitbasis. Die übrigen 46 Kolleginnen und Kollegen haben wir infolge unseres organischen Wachstums neu eingestellt.

Konzernbilanz: NBF-Akquisition führt zu Bilanzverlängerung
Ich möchte Ihnen nun kurz unsere Konzernbilanz erläutern. Soviel bereits an dieser Stelle: Unsere Bilanzrelationen sind nach wie vor überaus solide.

Durch die Akquisition der NBF-Gruppe zu Beginn des Berichtsjahrs stiegen zunächst sowohl Goodwill und andere Vermögenswerte als auch Schulden. Aufgrund der hohen Innenfinanzierungskraft sind unsere Bilanzrelationen zum Jahresende gegenüber 2005 sogar leicht verbessert.

Zum Berichtsstichtag, dem 31. Dezember 2006, belief sich die Bilanzsumme auf 573,1 Millionen Euro. Das langfristige Vermögen betrug 352,5 Millionen Euro. Mit 250,4 Millionen Euro stellen die Geschäfts- und Firmenwerte weiterhin die größte Position im Bereich der langfristigen Vermögenswerte dar. Diese werden infolge der Anwendung des IFRS 3 seit 2005 nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einem Werthaltigkeitstest, einem so genannten Impairment-Test, unterzogen. Da dieser keinen Wertminderungsbedarf angezeigt hat, musste TAKKT 2006 keine außergewöhnlichen Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte vornehmen. Veränderungen bei diesem Posten sind mit 35,4 Millionen Euro auf die NBF-Akquisition sowie in Höhe von minus 12,5 Millionen Euro auf veränderte Wechselkurse zurückzuführen.

Das Vorratsvermögen ist währungsbereinigt leicht gewachsen. Gründe sind das gestiegene Geschäftsvolumen und erhöhte Lagervolumina, um den Lieferservice zu verbessern. Die NBF-Akquisition hat auf diese Position keinen Einfluss gehabt, da NBF keine eigenen Lager unterhält.

Des Weiteren haben sich die kurzfristigen Forderungen und Vermögenswerte sowie insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöht. Neben der NBF-Akquisition hat auch das organisch gestiegene Geschäftsvolumen zu diesem Anstieg beigetragen.

Das Zahlungsverhalten der Kunden blieb weitgehend stabil. Allerdings stieg die durchschnittliche Debitorenreichweite aufgrund einiger Großaufträge von 40 auf 42 Tage. 

Konzernbilanz: gestärkte Eigenkapitalquote von 47,7 Prozent
Auf der Passivseite ist unser Eigenkapital dank des guten Periodenergebnisses deutlich gewachsen. Die Eigenkapitalquote ohne Minderheitenanteile erhöhte sich von 46,1 auf 47,7 Prozent.

Die Nettofinanzverschuldung betrug zum Jahresende 164,8 Millionen Euro im Vergleich zu 156,5 Millionen Euro im Vorjahr. Der im Vergleich zum Vorjahr schwächere US-Dollar hat insgesamt zu einer Abwertung der Verschuldung um 8,8 Millionen Euro geführt. Der NBF-Erwerb zu Beginn des Jahres hat die Verschuldung erwartungsgemäß ansteigen lassen. Im Laufe des Jahres konnten Nettotilgungen von insgesamt 52,9 Millionen Euro aus dem Cashflow vorgenommen werden.

Meine Damen und Herren,
damit möchte ich den Überblick über die solide Finanz- und Vermögenslage des Konzerns beenden und Ihnen jetzt erläutern, wie sich unsere drei Konzernbereiche entwickelt haben.

KAISER + KRAFT EUROPA: Hauptumsatzträger mit hoher Profitabilität
Beginnen werde ich mit KAISER + KRAFT EUROPA. Der größte Geschäftsbereich der TAKKT-Gruppe steigerte seinen Umsatz um 12,5 Prozent und erzielte mit  451,2 Millionen Euro den höchsten Umsatzanteil innerhalb des Konzerns. Gründe für dieses Wachstum waren etwa zu gleichen Teilen gestiegene Auftragszahlen und ein höherer durchschnittlicher Auftragswert.

Erfreulich ist, dass zu diesem Erfolg fast alle Tochtergesellschaften beigetragen haben. Besonders positiv entwickelten sich die Gesellschaften in Skandinavien, Süd- und Osteuropa, Benelux, Schweiz und Deutschland: Sie alle weisen für 2006 zweistellige Wachstumsraten auf.

Die Profitabilität des Geschäftsbereichs hat sich auf hohem Niveau erneut verbessert – trotz der Anlaufkosten für die umfangreichen Neugründungsprojekte der vergangenen beiden Jahre in der Türkei, Rumänien, China und Frankreich. Das EBITDA stieg um 20,6 Prozent auf 84,9 Millionen Euro. Und auch die Marge hat sich weiter erhöht: Nach 17,5 im Jahr 2005 lag sie im Berichtsjahr bei 18,8 Prozent. Zurückzuführen ist dies erstens auf verbesserte Einkaufskonditionen, zweitens auf besser ausgelastete Kapazitäten und drittens auf eine gesteigerte Werbemitteleffizienz. Letzteres ist unter anderem eine Folge des neu gestalteten KAISER + KRAFT-Verbundkatalogs.

Topdeq: Repositionierung greift
Der Geschäftsbereich Topdeq befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Die Strategie, Topdeq als Premiummarke zu repositionieren, zeigt Erfolg: Der Umsatz wuchs währungsbereinigt um 4,9 Prozent.

Lassen Sie mich an dieser Stelle kurz erklären, was genau Repositionierung bedeutet. Topdeq fokussiert sich seit Ende 2005 auf hochwertige, designorientierte Ausrüstungsgegenstände mit hohem Nutzwert. Dies bedeutet, dass teilweise weniger profitable Kundengruppen nicht mehr angesprochen werden. Letztlich ist das Ziel, dass der deutlich gestiegene durchschnittliche Auftragswert die bewusst in Kauf genommenen rückläufigen Auftragszahlen überkompensiert.

Die Repositionierung wirkt sich auch positiv auf die Profitabilität aus: Die EBITDA-Marge stieg von 3,4 auf 5,0 Prozent. Ursächlich hierfür waren vor allem drei Faktoren: Erstens ist durch die höhere Produkt- und Servicequalität die Retourenquote bei allen Landesgesellschaften gesunken. Zweitens erzielte Topdeq bessere Margen im Einkauf. Und drittens ist die Kapazitätsauslastung höher.

Insgesamt konnte Topdeq sein operatives Ergebnis um mehr als 50 Prozent steigern. Unser Ziel ist, in den kommenden Jahren konsequent auf diesem Profitabilisierungspfad zu bleiben.

K + K America: großer Sprung – u. a. dank NBF-Akquisition
Kommen wir nun zu unserem dritten Geschäftsbereich: K + K America. Dieser erhöhte seinen Umsatz 2006 auf US-Dollar-Basis deutlich um rund 47 Prozent auf 528,8 Millionen. In Euro sind das 421,5 Millionen. Das lag natürlich auch an der NBF-Akquisition, auf die im Berichtsjahr ein Umsatz von rund 135 Millionen US-Dollar entfiel.

Gleichzeitig ist die K + K America-Gruppe aber auch organisch und auf US-Dollar-Basis um 8,6 Prozent gewachsen. Dieses Wachstum basiert überwiegend auf einem höheren durchschnittlichen Auftragswert bei allen Gesellschaften. Positiv beeinflusst wurde der Auftragswert unter anderem durch die Konsolidierung der NBF-Gruppe sowie durch einige größere Aufträge.

Die erstmalige Konsolidierung der NBF-Gruppe hat die Entwicklung der Profitabilität von K + K America beeinflusst. Das EBITDA stieg 2006 um rund 20 Prozent auf 39,3 Millionen Euro. Erwartungsgemäß sank die EBITDA-Marge von 11,3 auf 9,3 Prozent. Wie bereits erwähnt, erzielt NBF derzeit noch Margen, die unter dem Durchschnitt von K + K America liegen. Ohne die NBF-Gruppe hätte die EBITDA-Marge bei 10,2 Prozent gelegen.

Zu diesem Rückgang haben insbesondere auch die Anlaufkosten der neuen, gemeinsamen IT-Plattform des Geschäftsbereichs beigetragen. Dabei handelt es sich um Kosten für Schulung und Beratung. Um weiter hohen Kundenservice bieten zu können, arbeitete das Stammpersonal mehr. Zudem wurden während der Einführungsphase zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt brachte und bringt die IT-Umstellung die erwarteten Startprobleme mit sich, an deren Lösung weiter konsequent gearbeitet wird. Wir sind davon überzeugt, dass die positiven Effekte der neuen Plattform erstmals im Jahr 2008 auch in den Zahlen des Geschäftsbereichs deutlich werden.

Kennzahlen pro Aktie: Ergebnis und Dividende steigen deutlich
Meine Damen und Herren,
die guten Zuwachsraten des Konzerns haben sich auch auf die Kennzahlen pro Aktie ausgewirkt: Ergebnis und Cashflow pro Aktie sind gestiegen. Beispielsweise liegt der Cashflow pro Aktie mit 1,12 Euro erstmals über einem Euro.

Als Folge dieser guten Zahlen soll auch die Dividende steigen. Vorstand und Aufsichtsrat werden bei der nächsten Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende um rund 67 Prozent auf 25 Cent pro Aktie zu erhöhen. Die Ausschüttungsquote beträgt somit rund 30 Prozent. Aus Sicht des Vorstands werden die Aktionäre so einerseits angemessen am Erfolg von TAKKT beteiligt. Andererseits besteht weiter eine solide Basis für weiteres Wachstum.

TAKKT-Aktie: erneut ein gutes Jahr für Aktionäre
Zum Abschluss meiner Ausführungen möchte ich Sie über den Kursverlauf der TAKKT-Aktie informieren. Wie Sie wissen, ist die Dividende nur ein Teil der Aktionärsrendite. Der andere Teil sind Kurssteigerungen. Das Chart zeigt, dass sich der Kurs der TAKKT-Aktie im vergangenen Jahr besser entwickelt hat als der Vergleichsindex SDAX. Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2006 hat die Aktie 37,0 Prozent gewonnen, der Index hingegen 29,9 Prozent.

Die Gesamtzahl der Aktien blieb konstant bei 72,9 Millionen. Zum 31. Dezember 2006 entsprach das einer Marktkapitalisierung von rund 959 Millionen Euro. Auch die Aktionärsstruktur ist unverändert. Die Franz Haniel & Cie. GmbH hält weiterhin 72,7 Prozent der Aktien. Die übrigen 27,3 Prozent sind breit über institutionelle und private Anleger gestreut.

TAKKT gestaltet aktiv den kontinuierlichen Dialog mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Wir informieren Aktionäre, potenzielle Investoren, Banken, Finanzanalysten und Presse schnell und gleichzeitig über die aktuelle Geschäftsentwicklung. Der Konzern präsentiert sich auch immer wieder an den wichtigsten internationalen Finanzplätzen. So fanden 2006 beispielsweise Roadshows in Frankfurt, Edinburgh und Zürich statt, in London und Paris waren wir jeweils zweimal. Zudem wurden erstmals Mailand und Brüssel besucht, um regionale Kontakte auszubauen. Wir nutzen auch große Kapitalmarktkonferenzen, um Anleger und potenzielle Investoren anzusprechen. Nur zwei Beispiele: TAKKT hat sich im Januar 2006 auf der Cheuvreux German Corporate Conference vorgestellt und außerdem am Dresdner Bank German Midcap Day in New York teilgenommen. Dadurch sollte der Kontakt zu möglichen Anlegern in Nordamerika verstärkt werden.

Und unsere Anstrengungen haben sich gelohnt. Wie Herr Gayer eingangs bereits erwähnt hat, wurde TAKKT aufgrund seiner transparenten und nachvollziehbaren Finanzkommunikation bereits zum zweiten Mal mit dem renommierten Investor-Relations-Preis des Magazins „Capital“ 2006 ausgezeichnet. Ebenso wie 2005 erreichte TAKKT Platz drei bei den SDAX-Unternehmen. Im Gesamtranking aller 196 untersuchten deutschen und europäischen Unternehmen aus EUROSTOXX 50, DAX, MDAX, TecDAX und SDAX gehört TAKKT nun sogar zu den besten zehn.

Meine Damen und Herren,
mit dieser erfreulichen Meldung möchte ich an dieser Stelle die Vorstellung der Zahlen der TAKKT AG für das Berichtsjahr 2006 beenden. Herr Gayer wird Sie jetzt noch über den „Ausblick 2007“ informieren. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

Rede Dr. Florian Funck

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