Finanzvorstand der TAKKT AG
Es gilt das gesprochene Wort.
Sehr geehrte Damen und Herren,
auch ich heiße Sie herzlich
willkommen. Wie Herr Gayer Ihnen bereits erläutert hat, blickt TAKKT
auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Wie sich dies im
Jahresabschluss des Unternehmens niederschlägt, möchte ich Ihnen nun
erläutern.
Umsatz: währungsbereinigtes Wachstum von 5,9 Prozent
Die
Umsatzentwicklung bei TAKKT lässt sich schnell auf den Punkt bringen:
sehr erfreulich. Wir haben im Berichtsjahr 2005 773,2 Millionen Euro
erwirtschaftet. Das ist ein Plus zum Vorjahr um 6,3 Prozent. Bereinigt
um Wechselkurseffekte beträgt der Anstieg 5,9 Prozent. Möglich war
dieses Wachstum, weil sich die drei Wert- und Wachstumstreiber der
TAKKT positiv entwickelt haben: Wir haben zahlreiche neue Kunden
hinzugewonnen und die Zahl der Aufträge hat sich ebenso erhöht wie der
durchschnittliche Auftragswert. Wachsende Umsätze vermelden dabei alle
drei Geschäftsbereiche.
Der Umsatzanstieg ist auch deshalb so erfreulich, weil wir ihn vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden konjunkturellen Entwicklung in unseren Kernmärkten erreicht haben: Sowohl in Nordamerika als auch in Europa ist das Wirtschaftswachstum im Vergleich zum Jahr 2004 zurückgegangen. Dass wir gegen den Konjunkturtrend wachsen konnten, liegt im Wesentlichen an drei Faktoren: Erstens haben wir unsere Angebote und Services weiter verbessert. Zweitens konnten wir von unseren Wachstumsinitiativen der letzten Jahre profitieren. Hiermit meine ich sowohl neu gegründete Gesellschaften als auch weiter intensivierte Werbemaßnahmen.
Umsatz: diversifiziertes Portfolio
Der dritte
Grund für unseren Erfolg ist die breite Aufstellung der TAKKT-Gruppe.
Unsere drei Geschäftsbereiche richten sich an über zwei Millionen
Kunden aus verschiedenen Branchen. Deshalb sind wir weitgehend
unabhängig von einzelnen Abnehmern. Zudem können wir durch unsere
Präsenz in mehr als 25 Ländern Konjunktur-schwankungen in einzelnen
Märkten leichter kompensieren.
Wie sich der Umsatz konkret auf die Geschäftsbereiche und Regionen verteilt, sehen Sie auf diesem Chart. Dabei sind die Anteile im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil geblieben, da alle drei Geschäftsbereiche mit ordentlichen Wachstumszahlen aufwarten konnten. Nach wie vor ist KAISER + KRAFT EUROPA der Geschäftsbereich mit dem höchsten Umsatz. Das Unternehmen hat einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 52 Prozent. Aufgrund des deutlichen Umsatzwachstums hat Topdeq seinen Umsatzanteil im Konzern von 10,2 Prozent auf 10,6 Prozent gesteigert. Der Umsatzanteil von K + K America ist mit 37,5 Prozent weitgehend unverändert zum Vorjahr.
Auch bei der regionalen Verteilung des Konzernumsatzes gab es zum Vorjahr keine großen strukturellen Veränderungen. Sie sehen weiterhin eine Verteilung auf im Wesentlichen drei Regionen. In Deutschland erwirtschaftete der Konzern 184 Millionen Euro Umsatz nach rund 180 Millionen Euro im Vorjahr. Aufgrund des starken internationalen Wachstums der Gruppe hat sich der deutsche Umsatzanteil über die letzten 20 Jahre von über 50 Prozent auf inzwischen 23,8 Prozent verringert. Die übrigen europäischen Märkte tragen mit 36,4 Prozent zum Konzernumsatz bei. Der Anteil der Gesellschaften in Nordamerika ist leicht gestiegen: auf 39,5 Prozent. Die Gesellschaften in Japan und Mexiko – die auf dem Chart als „Sonstige“ aufgeführt sind – trugen mit 0,3 Prozent zum Umsatz bei. 2004 betrug der Anteil dieser Regionen erst 0,1 Prozent des Umsatzes. Sie sehen, dass hinter den Regionen Asien und Mittelamerika hohes Wachstum steckt und es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass dieser Anteil in fünf Jahren deutlich größer sein wird.
E-Business bei TAKKT: stetig steigende Bedeutung
TAKKT
gliedert seinen Umsatz nicht nur nach Geschäftsbereichen und Regionen.
Eine weitere Unterscheidung ist die nach dem Bestellweg, also ob eine
Bestellung per Brief, Fax, Telefon oder Online eingeht. Hier stellen
wir fest, dass das Internet immer wichtiger für unser Geschäft wird. In
den vergangenen fünf Jahren ist der Umsatzanteil des E-Business im
Schnitt um rund 35 Prozent pro Jahr gestiegen. 2005 haben wir schon
mehr als neun Prozent unserer Erlöse über das Internet erzielt – das
heißt, dass bereits jeder
11. Auftrag online bei unseren
Vertriebsgesellschaften eingeht. Spitzenreiter beim E-Business ist
Topdeq USA: Rund 30 Prozent seiner Aufträge erhält das Unternehmen über
das Internet.
TAKKT unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Arten des E-Business: Erstens E-Commerce, also die Online-Bestellung über unsere Websites. Und zweitens E-Procurement, für das wir in das Intranet des Kunden einen maßgeschneiderten Online-Katalog integrieren. Beide Arten haben zur guten Entwicklung im Online-Bereich beigetragen und der Online-Anteil ist bei allen drei Geschäftsbereichen gestiegen.
Rohertrag: Steigerung der Marge auf 41,4 Prozent
Wie
ich Ihnen vorhin berichtet habe, sind die Umsätze von TAKKT gestiegen.
Das allein ist schon ein großer Erfolg; es ist uns aber zudem gelungen,
dies mit einer ebenfalls höheren Rohertragsmarge zu verbinden – also
profitabel zu wachsen.
Konkret stieg die Rohertragsmarge auf 41,4 Prozent. Zu diesem Plus haben alle Geschäftsbereiche beigetragen. Und zwar, indem sie ihre Angebote, die Beschaffung und den Service weiter verbesserten.
Bei TAKKT umfasst die Rohertragsmarge nicht nur den Erfolg aus dem reinen Handelsgeschäft im Sinne einer Differenz aus Verkaufs- und Einkaufspreisen der abgesetzten Güter. Zusätzlich sind hier auch die Frachtkosten und -erlöse enthalten. Dabei hat es TAKKT trotz allgemein deutlich steigender Treibstoffkosten geschafft, die Transportkostenmarge konstant zu halten.
EBITA: Marge oberhalb des Zielkorridors von neun bis elf Prozent
Der
gesteigerte Rohertrag ist die Basis für ein verbessertes EBITA, also
das Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Geschäfts-
und Firmenwerte. Dieses ist von 78,2 auf 88,9 Millionen Euro gestiegen.
Die EBITA-Marge liegt mit 11,5 Prozent sogar erstmals oberhalb unseres
langfristigen Zielbereichs von neun bis elf Prozent. Neben der
gestiegenen Rohertragsmarge haben alle Geschäftsbereiche ihre Prozesse
verbessert und die Effizienz gesteigert – trotz zusätzlicher
Anlaufkosten für fünf neue Gesellschaften auf drei Kontinenten.
Ergebnis vor Steuern: deutliche Steigerung unter anderem durch IFRS 3
Wie
Sie auf diesem Chart sehen, ist auch das Ergebnis vor Steuern deutlich
gestiegen. Gleiches gilt für die Marge, die bei 10,2 Prozent nach 7,1
Prozent im Vorjahr liegt. Positiv wirkte sich neben der verbesserten
operativen Performance aus, dass TAKKT die Verschuldung reduziert und
in diesem Zuge sein Zinsergebnis verbessert hat.
Ein weiterer Grund für das gestiegene Ergebnis ist der internationale Rechnungslegungsstandard IFRS 3, den wir 2005 erstmals angewendet haben. Entsprechend sind auf Geschäfts- und Firmenwerte keine planmäßigen Abschreibungen mehr vorzunehmen. Im Vorjahr betrugen diese noch 15,7 Millionen Euro.
Statt der planmäßigen Abschreibung werden die Geschäfts- und Firmenwerte jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Aufgrund der Cashflow-Stärke des TAKKT-Geschäfts gab es im Jahr 2005 keinen Bedarf für solche außerordentlichen Abschreibungen.
Periodenergebnis: Zuwachs bei konstanter Steuerquote
Der
eben beschriebene Wegfall der Abschreibungen auf Geschäfts- und
Firmenwerte führt bei TAKKT grundsätzlich zu einer geringeren
Steuerquote. 2004 hatte jedoch eine einmalige Steuerrückzahlung die
Quote entlastet. Deshalb lag die Steuerquote im Jahr 2005 mit 36
Prozent trotz der weggefallenen Abschreibungen auf dem Niveau des
Vorjahrs.
Bei dieser Steuerquote hat TAKKT das Periodenergebnis auf 50,4 Millionen Euro erhöht. Davon entfallen 0,7 Millionen auf Minderheitenanteile und 49,7 Millionen auf die Aktionäre der TAKKT AG.
Cashflow: hohes Niveau belegt Ertragskraft
Eine
neue Bestmarke haben wir beim Cashflow erreicht: Er betrug 2005 65,5
Millionen Euro beziehungsweise 8,5 Prozent des Konzernumsatzes. Dieser
ausgezeichnete Wert ist der beste Beweis für unsere hohe Ertragskraft.
Für Sie wichtig zu wissen: Wir haben die Berechnung des Cashflows im
Zusammenhang mit der Bilanzierung nach IFRS 3 angepasst. Der Cashflow
berechnet sich nun aus dem Periodenergebnis plus Abschreibungen und
latenten Steuern. Somit wurden zusätzlich die verzerrenden Effekte der
nicht zahlungswirksamen latenten Steuern beseitigt.
Motivierte Mitarbeiter ermöglichen Produktivitätssteigerung
Meine Damen und Herren,
der
Erfolg von TAKKT wäre nicht möglich gewesen ohne den Einsatz unserer
Mitarbeiter. Sie haben zum einen maßgeblich dazu beigetragen, den
Service in Richtung Kunden zu verbessern und zum andern die internen
Prozesse effizienter zu gestalten. Dadurch konnten wir in den
vergangenen Jahren unsere Produktivität noch weiter steigern. Für ihre
hervorragenden Leistungen kann sich der Vorstand der TAKKT AG daher nur
bei allen Mitarbeitern bedanken.
Um unser Wachstum fortzuführen, brauchen wir künftig noch mehr engagierte Mitarbeiter. Deshalb haben wir die Zahl der Vollzeitbeschäftigten zum Jahresende 2005 auf 1.868 erhöht. Davon arbeiten 854 bei KAISER + KRAFT EUROPA, 209 bei Topdeq und 778 bei K + K America. Die TAKKT-Holding beschäftigt 27 Mitarbeiter.
Konzernbilanz: Wachstums- und Währungseffekte verlängern Bilanzsumme
Kommen
wir nun zur Konzernbilanz, bei der sich die wesentlichen Kennzahlen im
Geschäftsjahr 2005 verbessert haben. Eine Anmerkung vorneweg: Der
Erwerb der NBF-Gruppe zeigt sich noch nicht zum 31.12.2005 in unseren
Bilanzzahlen, da wir den NBF-Geschäftsbetrieb erst mit Wirkung zum 2.
Januar 2006 übernommen haben.
Am Bilanzstichtag, dem 31. Dezember 2005, betrug die Bilanzsumme 499,9 Millionen Euro. Ein wesentlicher Grund für die Veränderung der Bilanzsumme liegt in Währungseffekten – insbesondere beim US-Dollar. Das langfristige Vermögen belief sich auf 310,3 Millionen Euro. Größter Posten innerhalb dieses Vermögens sind mit 227,5 Millionen Euro die Geschäfts- und Firmenwerte. Wie vorhin schon gesagt, werden diese durch die Anwendung von IFRS 3 nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Die Veränderung zum Vorjahr ist damit währungsbedingt.
Das Vorratsvermögen legte ebenfalls aufgrund von Währungseffekten zu. Wir haben aber auch währungsbereinigt die Vorräte erhöht. Dadurch waren wir in der Lage, unseren Lieferservice bei gestiegenen Umsätzen auf hohem Niveau zu halten.
Bei den kurzfristigen Forderungen und Vermögenswerten gab es im Vergleich zu 2004 außer Währungseffekten keine wesentlichen Änderungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben durch das höhere Umsatzvolumen zugenommen. Dabei war das Zahlungsverhalten der Kunden stabil: Die Debitorenreichweite lag im Jahresschnitt wie auch im Vorjahr bei rund 40 Tagen.
Konzernbilanz: gestärkte Eigenkapitalquote von 46,1 Prozent
Bei
den Passiva sind die Zahlen ebenfalls sehr zufrieden stellend. So haben
wir unser Eigenkapital deutlich erhöht und unsere
Nettofinanzverschuldung reduziert. Sie betrug zum 31. Dezember 2005
156,5 Millionen Euro. 2004 waren es noch 182,3 Millionen Euro. Die
Nettofinanzverschuldung verändert sich durch Währungseffekte, da wir
Finanzierungen in der Regel entsprechend der erwarteten Cashflows in
den einzelnen Währungen vornehmen. Im Jahr 2005 haben Währungseffekte,
vor allem des US-Dollars, die Nettofinanzverschuldung um 17,0 Millionen
Euro erhöht. Aus unserem Cashflow haben wir Tilgungen in Höhe von 41,6
Millionen Euro vorgenommen.
KAISER + KRAFT EUROPA: Hauptumsatzträger mit hoher Profitabilität
Nachdem
ich Ihnen die Finanz- und Vermögenslage des Konzerns vorgestellt haben,
kommen wir nun zu unseren drei Konzernbereichen. Hier beginne ich mit
KAISER + KRAFT EUROPA, dem Geschäftsbereich, der mit 401,3 Millionen
Euro den höchsten Umsatzanteil erwirtschaftet hat. Im Vergleich zum
Vorjahr verbuchte der Geschäftsbereich ein Umsatzplus von 5,7 Prozent.
Ausschlaggebend für das Umsatzwachstum waren sowohl die gestiegene Zahl
der Aufträge als auch der höhere durchschnittliche Auftragswert.
Zu diesem Erfolg haben fast alle Tochtergesellschaften beigetragen. Besonders positiv entwickelten sich die Tochtergesellschaften in Japan, Frankreich und Skandinavien. Auch die deutschen Gesellschaften haben sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert und erfüllten im Großen und Ganzen die Erwartungen.
Die Profitabilität der KAISER + KRAFT EUROPA ist auf sehr hohem Niveau nochmals leicht gestiegen. Wie Sie auf dem Chart sehen, verbesserte sich das EBITA von 61,2 auf 65,6 Millionen Euro. Die EBITA-Marge stieg entsprechend von 16,1 auf 16,3 Prozent. Basis für diesen Anstieg ist eine verbesserte Rohertragsmarge. Dadurch waren wir in der Lage, die gestiegenen Werbeausgaben mehr als auszugleichen: Die Steigerung der Werbeausgaben hat dabei zwei Ursachen. Zum einen hat KAISER + KRAFT EUROPA seine Auflagen in etablierten Märkten überproportional erhöht. Zum anderen waren die planmäßigen Anlaufkosten für unsere Neugründungen in China, Rumänien und der Türkei zu verkraften. Bei diesen Anlaufkosten handelt es sich überwiegend um Katalogkosten zum Aufbau eines Kundenstamms.
Topdeq: Neuausrichtung gelungen
Für den
Geschäftsbereich Topdeq war 2005 ein gutes Jahr: Der Umsatz ist um 10,0
Prozent gestiegen. Dieser Erfolg ist vor allem auf die gelungene
Positionierung von Topdeq als Premiummarke zurückzuführen. Positiv
wirkte sich auch aus, dass es am europäischen Büromöbelmarkt nach einer
mehrjährigen Krise wieder aufwärts geht.
Bis auf Topdeq Deutschland haben alle Landesgesellschaften ihre Umsatzzahlen erhöht. Entsprechend ist auch die Profitabilität des Geschäftsbereichs gestiegen. So ist die EBITA-Marge von minus 2,9 auf plus 1,3 Prozent gestiegen. Ursachen waren die erhöhte Rohertragsmarge, Effizienzverbesserungen in allen wesentlichen Prozessen verbunden mit einer höheren Auslastung der zentralen Infrastruktur.
K + K America: gute Zuwächse bei Umsatz und Profitabilität
Unser
dritter Geschäftsbereich – K + K America – hat seinen Erfolgskurs der
vergangenen Jahre fortgesetzt; und das trotz der nachlassenden
konjunkturellen Dynamik in den USA. In US-Dollar wie in Euro ist der
Umsatz um 6,0 Prozent gestiegen.
Die einzelnen Tochtergesellschaften entwickelten sich alle positiv. Insbesondere Hubert in den USA, Avenue in Kanada und C&H in Mexiko verbuchten deutliche Zuwächse. Auch die Profitabilität des Geschäftsbereichs ist wiederum gestiegen. Das EBITA liegt mit 30,1 Millionen Euro rund 12 Prozent über dem Wert des Vorjahrs. Die EBITA-Marge stieg von 9,8 auf 10,4 Prozent. Grund für diesen Anstieg ist im Wesentlichen eine gestiegene Rohertragsmarge. Dabei konnte der Geschäftsbereich auch von einem Struktureffekt profitieren, da die Tochtergesellschaft Hubert die höchsten Rohertragsmargen innerhalb der K + K America erzielt und wie schon erläutert besonders stark wuchs.
Kennzahlen pro Aktie: gute Entwicklung im Zeitablauf
Die
guten Zuwachsraten in den drei Geschäftsbereichen haben sich positiv
auf die Kennzahlen pro Aktie ausgewirkt. So liegt der Cashflow pro
Aktie mit 90 Cent 8,4 Prozent über der Rekordmarke von 2004. Auch das
Ergebnis je Aktie ist mit 68 Cent sehr erfreulich.
Im vergangenen Jahr hatten wir die Dividende um 50 Prozent auf 15 Cent pro Aktie erhöht. Diesen Wert werden wir der Hauptver-sammlung erneut vorschlagen. Damit werden die Aktionäre wieder angemessen am Erfolg von TAKKT beteiligt. Von einer erneuten Erhöhung der Dividende haben wir aufgrund der Akquisition von NBF abgesehen, da durch diese Übernahme ab Januar 2006 zusätzliche Mittel gebunden wurden. Wäre die Akquisition bereits zum Ende 2005 bilanzwirksam geworden, läge die Eigenkapitalquote wie auch im Vorjahr bei rund 40 Prozent.
TAKKT-Aktie: stabile Aufwärtsentwicklung
Kommen
wir nun zu einem wichtigen Indikator unserer Arbeit: dem Kursverlauf
der TAKKT-Aktie. Wie Sie sehen hat sich der Kurs der Aktie im
vergangenen Jahr kontinuierlich nach oben bewegt – zwischen dem
01.01.2005 und dem 31.12.2005 um 25,7 Prozent. Zwar ist der SDAX im
letzten Jahr noch etwas stärker gestiegen, aber insbesondere zum Anfang
des laufenden Jahres konnten unsere Aktien ja nochmals deutlich
zulegen, so dass wir im 52-Wochen-Vergleich den Index schlagen.
Die Gesamtzahl der Aktien blieb unverändert bei 72,9 Millionen. Zum 31. Dezember 2005 entsprach das einer Marktkapitalisierung von 692,6 Millionen Euro. Auch die Aktionärsstruktur hat sich nicht verändert. Die Franz Haniel & Cie. GmbH hält weiterhin 72,7 Prozent der Aktien. Die übrigen 27,3 Prozent sind breit über institutionelle und private Anleger gestreut.
Berichterstattung: künftig EBITDA zentrale Profitabilitäts-Kennzahl
Meine Damen und Herren,
bevor
Herr Gayer Ihnen einen Ausblick auf das Jahr 2006 gibt, möchte ich Sie
noch auf eine Änderung bei unseren Kernkennzahlen für die Kommunikation
hinweisen. Bislang haben wir in Bezug auf die Profitabilität unseres
Unternehmens im Wesentlichen über die Kennzahl EBITA – also dem
Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen auf Geschäfts- und
Firmenwerte – berichtet. Durch die schon angesprochene Bilanzierung
nach IFRS 3 müssen bei Firmenakquisitionen bisher als Geschäfts- und
Firmenwert bilanzierte Werte so weit wie möglich auf andere
immaterielle Vermögensgegenstände verteilt werden. Beispiele für solche
Werte sind Kundenlisten, die dann wieder einer planmäßigen Abschreibung
unterliegen. Insofern werden die entfallenden Abschreibungen auf
Geschäfts- und Firmenwerte zum Teil durch zusätzliche Abschreibungen
auf beim Erwerb von Unternehmen identifizierbare immaterielle
Vermögensgegenstände kompensiert. Das stellt uns wie auch die
Öffentlichkeit vor das Problem, dass die operative Profitabilität von
bestehenden Unternehmen und neuen Akquisitionen nicht mehr auf
EBITA-Ebene miteinander verglichen werden können. Daher wird TAKKT in
Zukunft das EBITDA als zentrale operative Profitabilitätskennzahl
verwenden. In diesem Ergebnis werden neben Steuern und Zinsen auch
Abschreibungen bereinigt. Entsprechend passt TAKKT auch seinen
Zielkorridor für die operative Profitabilität an. Bislang lag der
Zielbereich bei neun bis elf Prozent EBITA-Marge. Da Abschreibungen
rund ein Prozent des Umsatzes bei TAKKT ausmachen, passen wir den
Zielbereich auf zehn bis zwölf Prozent EBITDA-Marge an. Damit werden
wir auch unsere Prognosen in Bezug auf die Profitabilität auf Basis des
EBITDA angeben.
Damit genug zur „Technik“. Ich gebe das Wort an Herrn Gayer zum Thema „Ausblick 2006“.