Finanzvorstand der TAKKT AG
Es gilt das gesprochene Wort.
Sehr geehrte Damen und Herren,
das vergangene Jahr hat für die TAKKT AG in der Kommunikation zu den Kapitalmärkten einige wesentliche Neuerungen gebracht. Die möchte ich kurz darstellen, bevor ich im Detail auf unseren Jahresabschluss eingehe.
Seit dem ersten Quartal 2002 berichtet die TAKKT AG nach IAS, den International Accounting Standards. Auch die Vorjahre haben wir rückwirkend umgestellt, um die einzelnen Jahre vergleichbar zu machen.
Auslöser für den Übergang auf IAS waren nicht nur die im
SMAX-Segment geltenden Regeln, sondern auch unser Wunsch, die
internationalen Standards in der Rechnungslegung zu erfüllen. Wir gehen
davon aus, dass die TAKKT AG durch die frühzeitige Umstellung des
Reporting auf international anerkannte Grundsätze für alle Investoren,
insbesondere jedoch für ausländische Investoren, noch transparenter und
damit noch attraktiver wird.
TAKKT-Gruppe setzt Corporate Governance-Kodex um
Als
börsennotierte deutsche Gesellschaft fühlen wir uns dem Deutschen
Corporate Governance Kodex verpflichtet, der vor gut einem Jahr
verabschiedet wurde. TAKKT hält den Kodex ein, mit zwei Abweichungen:
Für die Einrichtung eines separaten Prüfungsausschusses durch den
Aufsichtsrat sehen wir keine Notwendigkeit, da unser Aufsichtsrat mit
neun Mitgliedern die entsprechenden Prüfungsaufgaben auch ohne einen
Ausschuss effizient wahrnehmen kann. Eine andere Abweichung bezieht
sich auf die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder. Dazu soll aber die
Hauptversammlung am 6. Mai 2003 eine entsprechende Satzungsänderung
beschließen. Dann weichen wir nur noch in einem Punkt, beim
Prüfungsausschuss, vom Kodex ab, das aber, wie erwähnt, mit gutem Grund.
Die dritte grundlegende Neuerung der vergangenen Monate ist die Neuordnung der Segmente der Deutschen Börse. Wie Herr Gayer eben schon ausgeführt hat, sind wir unserem Antrag entsprechend in den Prime Standard aufgenommen worden. Dies unterstreicht unser deutliches Bekenntnis zu den Anforderungen des Kapitalmarkts. Außerdem bleiben wir Mitglied im SDAX, was unsere Attraktivität für Investoren natürlich positiv beeinflusst.
Schließlich möchte ich erwähnen, dass wir uns den neuen Anforderungen des Kapitalmarkts durch die Überarbeitung und Neuerstellung unserer TAKKT-Website stellen wollen. Ab heute ist diese neue Seite online und informiert alle Interessenten und Investoren zeitgleich und umfangreicher als zuvor.
Nun aber zu den Zahlen der TAKKT AG.
Umsatzrückgang bei der TAKKT-Gruppe
Wie Sie
sehen, ist der Umsatz der TAKKT-Gruppe im Jahr 2002 nicht gewachsen.
Wir haben einen Umsatzrückgang um 4,9 Prozent auf 783,7 Millionen Euro
hinnehmen müssen. Hauptursachen waren, das hat Herr Gayer ja gerade
schon erwähnt, die geringeren durchschnittlichen Auftragswerte, die
Kaufhäufigkeit sowie die Wechselkursentwicklung. Bei unveränderten
Wechselkursen hätte das Minus 3,0 Prozent betragen.
Wir konnten uns der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht ganz entziehen, haben uns aber recht gut behauptet. Über die vergangenen Jahre gesehen, bleibt die Entwicklung der TAKKT AG respektabel. Sie sehen das an der Compound Average Growth Rate, kurz CAGR. Im Schnitt sind wir seit der Abspaltung von der GEHE AG und dem Börsengang 1999 jedes Jahr um 9,8 Prozent gewachsen.
Umsatz
1998 539,4 Mio. €
1999 627,5 Mio. €
2000 762,8 Mio. €
2001 824,1 Mio. €
2002 783,7 Mio. €
Umsatzaufteilung zwischen Nordamerika und Europa bleibt im Gleichgewicht
Wie
schon im Jahr 2001, so haben wir auch 2002 unseren Umsatz beinahe zu
gleichen Teilen in Nordamerika und in Europa erwirtschaftet.
Wie Sie sehen, steuerte unser Nordamerika-Geschäft 44,4 Prozent der Erlöse bei, Deutschland 23,4 Prozent und das übrige Europa 32,2 Prozent. Unser Ziel lautet, ein regional ausgewogenes Portfolio aufzubauen. Dem sind wir wieder ein Stück näher gekommen, die Expansion nach Asien wird die regionale Diversifizierung noch weiter vorantreiben.
Europa bleibt umsatzstärkste Region
Wenn wir den
Umsatz nach Geschäftsbereichen aufschlüsseln, sehen wir gegenüber dem
Vorjahr kaum eine Verschiebung. KAISER + KRAFT EUROPA bleibt mit 46,9
Prozent der umsatzstärkste Geschäftsbereich, dicht gefolgt von K + K
America. Topdeq steuerte 10,1 Prozent der Erlöse bei.
Diversifiziertes Produktportfolio
Schauen wir
uns nun an, mit welchen Produkten die TAKKT AG ihre Erlöse erzielt hat.
Innerhalb der Produktgruppen waren die Betriebsausstattungen der
stärkste Umsatzträger mit knapp 60 Prozent.
Den Rest des Umsatzes haben wir in etwa zu gleichen Teilen mit den übrigen Produktgruppen erwirtschaftet: Büroausstattungen, Arbeitssicherheitsprodukte, designorientierte Büromöbel und Accessoires sowie Foodservice-Produkte für den Lebensmitteleinzelhandel, die Gastronomie und die Hotellerie.
Die TAKKT AG hat in den vergangenen Jahren bei der Diversifizierung des Produktportfolios große Fortschritte gemacht. Die Strategie hat im Jahr 2002 erneut Früchte getragen und angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage die erwartete stabilisierende Wirkung entfaltet. Vor allem in Nordamerika haben wir davon profitiert, dass unsere Gesellschaften Hubert und Conney Safety Products mit ihren Produktprogrammen für Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche von der schwachen Konjunktur relativ wenig betroffen waren.
Rohertragsmarge stabil
Die Rohertragsmarge ist
bei der TAKKT AG auch im Jahr 2002 auf hohem Niveau nahezu stabil
geblieben. Sie hat sich sogar leicht erhöht – um einen halben
Prozentpunkt auf 40,0 Prozent. Das verdanken wir den stabilen Preisen
unseres grundsätzlich eher preisunempfindlichen Produktprogramms.
Beigetragen hat aber auch, dass wir konjunkturbedingt weniger
Großaufträge erhalten haben, bei denen wir Rabatte hätten gewähren
müssen. Außerdem haben wir, Herr Gayer hat es schon angesprochen, das
höhermargige Lagergeschäft bei KAISER + KRAFT EUROPA nach der
Erweiterung unseres Lagers in Kamp-Lintfort ausbauen können.
Schließlich ist der relative Anteil des höhermargigen Hubertgeschäfts
durch die gute Performance dieses Unternehmens im vergangenen Jahr
gewachsen.
EBITDA-Marge trotz schwacher Konjunktur im Zielkorridor
Kommen
wir nun zum Ergebnis unserer Geschäftstätigkeit. Herr Gayer hat bereits
darauf hingewiesen, dass die Profitabilität der TAKKT-Gruppe sich
erfreulich entwickelt hat. Zunächst ein Blick auf das EBITDA, also das
Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Diese
Kennzahl stellt die operative Ertragskraft unseres Unternehmens dar.
Der Einfluss der Finanzierungsstruktur und der Abschreibungen ist
eliminiert, nicht berücksichtigt sind außerdem Sondereinflüsse wie die
Abspaltung von der GEHE AG sowie die Firmenwertabschreibungen als Folge
unserer Akquisitionen.
Unser EBITDA ist zwar im Jahr 2002 um 1,1 Prozent auf 85,7 Millionen Euro gesunken, jedoch ist die Marge auf 10,9 Prozent gestiegen.
EBITDA
1998 67,4 Mio. € 12,5 % (Marge)
1999 72,6 Mio. € 11,6 %
2000 90,3 Mio. € 11,8 %
2001 86,6 Mio. € 10,5 %
2002 85,7 Mio. € 10,9 %
Rechtzeitige Anpassung der Kapazitäten
Positiv
hat sich ausgewirkt, dass Anlaufverluste unserer Neugründungen geringer
ausgefallen sind als im Vorjahr. Zudem haben wir unsere Kapazitäten
rechtzeitig an die Abschwächung der Nachfrage angepasst. Auch bei der
Erstellung von Werbemitteln und beim Katalogversand konnten wir die
Kosten senken. Mit diesen Maßnahmen konnten wir uns auch unter
schwieriger werdenden Bedingungen gut behaupten.
Für die EBITDA-Marge haben wir uns langfristig einen Zielkorridor von zehn bis zwölf Prozent gesetzt. Angesichts der gegebenen Rahmenbedingungen werten wir es als Erfolg, dass wir unsere EBITDA-Marge mit 10,9 Prozent innerhalb dieses Rahmens halten konnten. Unser Ziel der Ertragsstabilität haben wir also auch 2002 erreicht.
EBITA – bessere Marge trotz Umsatzrückgang
Wenn
wir jetzt die gewöhnlichen Abschreibungen auf z.B. Sachanlagen wieder
berücksichtigen, erhalten wir das EBITA. Das EBITA erreichte mit 75,1
Millionen Euro fast das Niveau des Vorjahres, die Marge konnten wir
leicht verbessern auf 9,6 Prozent. Auch dies ist ein Zeichen für die
stabile Ertragskraft der TAKKT AG.
EBITA
1998 61,4 Mio. € 11,4 % (Marge)
1999 65,1 Mio. € 10,4 %
2000 81,3 Mio. € 10,7 %
2001 76,4 Mio. € 9,3 %
2002 75,1Mio. € 9,6 %
EBIT – kaum verändert auf hohem Niveau
Planmäßige
Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte sind 2002 in derselben
Höhe wie im vorausgegangenen Geschäftsjahr angefallen, außerplanmäßige
Abschreibungen auf unsere Beteiligungen mussten wir nicht vornehmen.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, das EBIT, ging um 0,7 Millionen
Euro auf 57,0 Millionen Euro zurück, blieb also trotz des
Umsatzrückgangs relativ stabil. Auch hier verbesserte sich die Marge
leicht auf 7,3 Prozent, was erneut die Profitabilität der Gruppe
untermauert.
EBIT
1998 58,4 Mio. € 10,8 % (Marge)
1999 57,1 Mio. € 9,1 %
2000 68,6 Mio. € 9,0 %
2001 57,7 Mio. € 7,0 %
2002 57,0 Mio. € 7,3 %
Beim Jahresüberschuss vor Steuern hat die TAKKT AG vom niedrigeren Zinsniveau in Europa und den USA und vom Abbau der Gesamtverschuldung profitiert. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir – auch wechselkursbedingt - rund 4,2 Millionen Euro weniger an Zinsen bezahlen müssen. Das Ergebnis vor Steuern stieg demzufolge von 35,5 auf 39,0 Millionen Euro.
Ergebnis vor Steuern
1998 56,4 Mio. € 10,5 % (Marge)
1999 50,2 Mio. € 8,0 %
2000 55,5 Mio. € 7,3 %
2001 35,5 Mio. € 4,3 %
2002 39,0 Mio. € 5,0 %
Steuerquote gesenkt, Konzerngewinn erhöht
Das
Ergebnis nach Steuern hat sich positiv entwickelt, weil unsere
Steuerquote gesunken ist. Insgesamt haben wir 24,5 Millionen Euro als
Konzerngewinn nach Steuern verbucht, ein Plus von 26,2 Prozent. Auch
die Marge ist deutlich gestiegen, und zwar auf 3,1 Prozent.
Ergebnis nach Steuern
1998 28,2 Mio. € 5,2 % (Marge)
1999 31,2 Mio. € 5,0 %
2000 33,5 Mio. € 4,4 %
2001 19,4 Mio. € 2,4 %
2002 24,5 Mio. € 3,1 %
Die Zahl unserer Mitarbeiter entwickelte sich im Jahr 2002 leicht rückläufig. Auf Vollzeitbasis beschäftigten wir zum Jahresende 2002 1.914 Mitarbeiter, das sind 50 weniger als im Vorjahr. Bei den etablierten Gesellschaften wurden die Kapazitäten auch unter Ausnutzung der natürlichen Fluktuationsrate angepasst. Bei den Neugründungen wie z. B. KWESTO Slowakei oder Topdeq USA konnten hingegen neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein entscheidender Erfolgsfaktor und ein Werttreiber des Konzerns. Deshalb haben wir trotz Kapazitätsanpassungen weiter in sie investiert. Die Ausbildung von jungen Menschen und die Fortbildung der Mitarbeiter wurden auf hohem Niveau fortgesetzt.
Soweit erst einmal der Überblick auf der Konzernebene. Jetzt möchte ich Ihnen kurz erläutern, wie das Geschäftsjahr in den einzelnen Bereichen verlaufen ist.
Mitarbeiter (Vollzeitbasis, Durchschnitt)
1998 1.330
1999 1.497
2000 1.674
2001 1.973
2002 1.932
KAISER + KRAFT EUROPA ertragsstärkster Geschäftsbereich
KAISER
+ KRAFT EUROPA hat einen Umsatz von 367,2 Millionen Euro
erwirtschaftet, 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Das EBITDA stieg
dagegen um 3,0 Prozent auf 60,5 Millionen Euro. Damit bleibt KAISER +
KRAFT EUROPA mit einer EBITDA-Marge von 16,5% der größte und auch der
ertragsstärkste Geschäftsbereich der TAKKT-Gruppe. Von unseren
etablierten Gesellschaften haben vor allem die Töchter in Spanien,
Frankreich und Österreich überzeugt. Das Deutschlandgeschäft verlief
konjunkturbedingt leider schwach.
Unsere Neugründung in Portugal und der Katalogversand in Irland haben sich dagegen gut entwickelt. Auch mit den KWESTO-Gesellschaften in Tschechien, Polen und in der Slowakei waren wir zufrieden.
KAISER + KRAFT EUROPA
Umsatz EBITDA
1998 313,2 Mio. € 42,5 Mio. €
1999 326,6 Mio. € 45,3 Mio. €
2000 366,4 Mio. € 53,8 Mio. €
2001 383,3 Mio. € 58,7 Mio. €
2002 367,2 Mio. € 60,5 Mio. €
Topdeq in USA erfolgreich, in Deutschland schwächer
Topdeq,
unser Spezialist für designorientierte Büromöbel und Accessoires, hat
ebenfalls gegenüber dem Vorjahr an Umsatz eingebüßt. Die Erlöse gingen
um 4,4 Prozent auf 79,3 Millionen Euro zurück, das EBITDA sank auf 0,2
Millionen Euro. Für den Umsatzrückgang war vor allem die schlechte
Konjunktur in Deutschland und in der Schweiz maßgeblich. Bei den
jüngsten Neugründungen in Frankreich und USA war die Lage deutlich
erfreulicher. Während Topdeq Frankreich ein signifikantes Wachstum
gegenüber dem Vorjahr verzeichnen konnte, hat Topdeq USA sogar die
hochgesteckten Planzahlen deutlich übertroffen. Beides konnte aber die
Rückgänge in Deutschland und in der Schweiz nicht kompensieren.
Topdeq
Umsatz EBITDA
1998 63,0 Mio. € 8,3 Mio. €
1999 73,0 Mio. € 9,3 Mio. €
2000 87,1 Mio. € 8,4 Mio. €
2001 83,0 Mio. € 0,7 Mio. €
2002 79,3 Mio. € 0,2 Mio. €
K + K America hält Umsatz und Ertrag stabil
In
Dollar gerechnet, hat K + K America der schwachen Konjunktur getrotzt:
Die Erlöse blieben mit 318,0 Millionen US-Dollar annähernd stabil, das
EBITDA legte um 3,8 Prozent auf 30,5 Millionen US-Dollar zu. Dazu hat
vor allem unsere Gesellschaft Hubert beigetragen, die weiter wachsen
konnte. Auch Avenue Industrial Supply in Kanada meldete eine positive
Geschäftsentwicklung.
Die für uns maßgebliche Währung ist aber nicht der Dollar, sondern der Euro, und der hat, wie Sie wissen, in den vergangenen Monaten stark an Wert gewonnen. Deshalb verzeichnen wir bei K + K America in Euro gerechnet einen Umsatzrückgang auf 337,4 Millionen Euro bei einem nahezu unveränderten EBITDA von 32,3 Millionen Euro.
K + K America
Umsatz EBITDA
1998 163,2 Mio. € 16,6 Mio. €
1999 228,0 Mio. € 23,6 Mio. €
2000 309,3 Mio. € 35,3 Mio. €
2001 357,9 Mio. € 32,8 Mio. €
2002 337,4 Mio. € 32,3 Mio. €
Cashflow belegt die Ertragskraft der Gruppe
Im
Jahr 2002 ist es uns erneut gelungen, einen hohen Cashflow zu
erwirtschaften. Nach 48,3 Millionen Euro im vorausgegangenen Jahr
erreichte der Cashflow 53,0 Millionen Euro – eine Steigerung um 9,6
Prozent und damit ein weiterer Beleg für die Ertragskraft der Gruppe.
Cashflow
1998 37,3 Mio. €
1999 46,7 Mio. €
2000 55,1 Mio. €
2001 48,3 Mio. €
2002 53,0 Mio. €
Auch der Free Cashflow stieg erneut auf einen hohen positiven Wert. Das geht darauf zurück, dass die Erhaltungs- und Rationalisierungsinvestitionen auf dem Niveau der Vorjahre blieben. Wir setzen in diesem Bereich in jedem Jahr in der Regel ein bis zwei Prozent des Umsatzes ein, um die Abläufe zu optimieren und die Qualität sowie die Effizienz zu erhöhen. Der Free Cashflow von 44,4 Millionen Euro schaffte für uns eine recht komfortable Lage: Wir konnten unsere Schulden planmäßig tilgen und darüber hinaus weitere Investitionen in das zukünftige Wachstum aus eigener Kraft finanzieren.
Free Cashflow
1998 -36,5 Mio. €
1999 -74,5 Mio. €
2000 -114,0 Mio. €
2001 24,4 Mio. €
2002 44,4 Mio. €
Planmäßige Abschreibungen und Wechselkurseffekte verringern Bilanzsumme
Schauen wir uns jetzt noch das Zahlenwerk an, das alle Ergebnisse des Geschäftsjahres zusammenfasst: die Bilanz.
Zunächst
zur Aktivseite. Das Anlagevermögen ist währungsbedingt sowie durch
planmäßige Abschreibungen auf Geschäftswerte, immaterielle
Vermögensgegenstände und Sachanlagen auf 358,6 Millionen Euro
zurückgegangen. Das Umlaufvermögen sank auch währungsbedingt auf 154,4
Millionen Euro. Die Bilanzsumme reduzierte sich somit um 9,9 Prozent
auf 540,4 Millionen Euro.
Auf der Passivseite sind zwei Trends bemerkenswert: Die Eigenkapitalquote der TAKKT AG ist um 2,9 Prozentpunkte auf 27,7 Prozent gestiegen. Außerdem hat sich unsere Verschuldung in Euro stark reduziert. Dies ist zum einen auf die veränderten Wechselkurse, aber insbesondere auch auf die planmäßige Tilgung zurückzuführen. Die zinspflichtigen Verbindlichkeiten reduzieren sich somit auf 291 Millionen Euro.
Organisches Wachstum für 2003 erwartet
Werfen
wir jetzt noch einen Blick auf den Vergleich mit den Vorjahren. Es
fällt auf, dass wir uns trotz des schwieriger gewordenen Umfelds gut
behauptet haben. Wichtige Kennzahlen wie die EBITDA-Marge, den Cashflow
und das Ergebnis vor und nach Steuern haben wir stabil halten oder
sogar verbessern können. Unsere Marktposition ist gefestigt, mit der
Expansion nach Asien öffnen sich für uns neue Perspektiven. Wir haben
auch 2002 Kunden gewonnen, unsere Abläufe und Strukturen optimiert und
damit eine solide Basis für weiteres Wachstum geschaffen.
TAKKT AG plant Aktienrückkaufprogramm
Soviel
zum Jahresabschluss der TAKKT AG. Jetzt möchte ich den Blick weg von
den Zahlen und hin zur Hauptversammlung richten. Wir werden der
Hauptversammlung am 6. Mai dieses Jahres die Genehmigung eines
Aktienrückkaufprogramms vorschlagen, dessen Hintergrund ich Ihnen
erläutern möchte.
Der französische Versicherungskonzern AXA hält über eine Luxemburger Tochtergesellschaft 10,0 Prozent der TAKKT-Anteile. Die Aktien unterlegen eine Wandelschuldverschreibung, die im November 2003 zur Wandlung fällig wird. Im Rahmen der Wandlung können unter Umständen bis zu 10 Prozent unserer Aktien auf den Markt kommen. Diese Wandlung begrüßen wir sehr, da sich dadurch der free float deutlich erhöht. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass in den ersten Tagen nach der Wandlung unser Kurs nachhaltig unter Druck geraten kann. Da es unser Ziel ist, dass die gewandelten TAKKT-Aktien interessierte Investoren aufnehmen, werden wir zunächst eine mindestens einwöchige und intensive Roadshow vor dem Wandlungstermin durchführen. Hier werden wir uns bekannte Investoren in London, Edinburgh, Paris und Frankfurt, aber auch neue Fonds ansprechen.
Sollte sich im Rahmen der Wandlung allerdings herausstellen, dass der Markt z.B. auf Grund der dann aktuellen Lage an den Börsen nicht aufnahmefähig ist für diesen doch relativ großen Aktienanteil, möchten wir in der Lage sein, selbst in das Geschehen einzugreifen.
Insbesondere bei einem aus heutiger Sicht nicht auszuschließenden Kursdruck möchten wir deshalb die Gelegenheit nutzen und eigene Aktien kaufen. Ziel des Aktienrückkaufs ist nicht die unmittelbar folgende Einziehung, sondern vielmehr die Anschaffung einer Akquisitionswährung zu aus heutiger Sicht vergleichsweise günstigen Kosten.
Wir gehen davon aus, dass wir von dem Programm keinen Gebrauch machen müssen, da uns ein reges Interesse von Seiten der institutionellen Investoren signalisiert worden ist.
Dennoch möchten wir uns die Option einräumen lassen, handelnd in das Geschehen eingreifen zu können, wenn es notwendig wird.
Während wir mit der Roadshow das Vertrauen der Investoren weiter intensivieren und gewinnen wollen, möchten wir mit dem Aktienrückkaufprogramm den bestehenden, aber auch den potenziellen Investoren die Sicherheit geben, dass die Wandlung unter stabilen und kalkulierbaren Rahmenbedingungen erfolgt.
Der Hauptversammlung werden wir vorschlagen, das Programm zunächst auf 18 Monate zu befristen. Im Rahmen des Rückkaufs wollen wir maximal zehn Prozent der Aktien erwerben, also dasselbe Volumen, das durch die Wandelschuldverschreibung der AXA auf den Markt kommen kann. Dies entspricht 7,29 Millionen Aktien.
Damit bin ich am Schluss meiner Ausführungen angekommen. Ich danke recht herzlich für Ihre Aufmerksamkeit. Wir stehen jetzt gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.