Deutliche Steigerung des Ergebnisses nach Steuern um 26,2 Prozent / TAKKT AG hat sich 2002 in schwierigem Umfeld behauptet
Die TAKKT AG hat im Geschäftsjahr 2002 einen Umsatzrückgang hinnehmen
müssen, gleichzeitig aber die Profitabilität steigern können. Die
Erlöse sanken um 4,9 Prozent auf 783,7 (824,1) Millionen Euro. Dies
geht vor allem auf konjunkturbedingt gesunkene Auftragswerte sowie auf
den schwachen US-Dollar zurück. Das Ergebnis nach Steuern stieg um 26,2
Prozent auf 24,5 Millionen Euro. Der Hauptversammlung wird eine
Dividende von 10 Cent pro Aktie vorgeschlagen. „Trotz des schwierigen
konjunkturellen Umfelds ist es der TAKKT AG gelungen, die
Profitabilität zu erhöhen und die Marktposition zu festigen“,
kommentierte der Vorstandsvorsitzende Georg Gayer auf der
Bilanzpressekonferenz in Stuttgart das Ergebnis.
Schwache Konjunktur prägte Geschäft der Tochtergesellschaften in Nordamerika und Europa
Der
Geschäftsbereich KAISER + KRAFT EUROPA verzeichnete im abgelaufenen
Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang um 4,2 Prozent auf 367,2 (383,3)
Millionen Euro. Das EBITDA der Gruppe stieg dagegen um 3,0 Prozent auf
60,5 (58,7) Millionen Euro. Das Deutschlandgeschäft verlief
konjunkturbedingt enttäuschend, während die Gesellschaften in Spanien,
Frankreich und Österreich überzeugen konnten. Die Neugründung in
Portugal und der Katalogversand in Irland entwickelten sich gut, auch
die KWESTO-Gesellschaften in Tschechien, Polen und in der Slowakei
erzielten zufrieden stellende Ergebnisse.
Bei Topdeq, dem Versandhändler für designorientierte Büromöbel und Accessoires, sanken die Erlöse um 4,4 Prozent auf 79,3 (83,0) Millionen Euro. In Frankreich konnte Topdeq ein signifikantes Wachstum erzielen, die jüngste Neugründung in den USA übertraf – trotz des schwierigen Umfelds – sogar ihre hoch gesteckten Ziele. Die Folgen der schlechten Konjunktur in Deutschland und in der Schweiz konnten dadurch aber nicht vollständig kompensiert werden. Der Einfluss der Umsatzentwicklung auf das Ergebnis von Topdeq hielt sich in Grenzen, da unter anderem eine Effizienzsteigerung beim Katalogversand und eine Anpassung der Kapazitäten an den Geschäftsverlauf entlastend wirkten. Das EBITDA betrug 0,2 (0,7) Millionen Euro.
K + K America konnte – in Dollar gerechnet – den Umsatz mit 318,0 (320,5) Millionen US-Dollar nahezu stabil halten und das EBITDA um 3,8 Prozent auf 30,5 (29,4) Millionen US-Dollar steigern. Aufgrund der Wechselkursentwicklung ergab sich für K + K America in Euro gerechnet ein Umsatzrückgang um 5,7 Prozent auf 337,4 (357,9) Millionen Euro bei einem nahezu unveränderten EBITDA von 32,3 (32,8) Millionen Euro. Von den Gesellschaften in Nordamerika konnte vor allem das im Oktober 2000 akquirierte Unternehmen Hubert erneut überzeugen. Auch Avenue Industrial Supply in Kanada verzeichnete eine positive Entwicklung des Absatzes. Conney Safety Products musste einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen, trug aber zur Port-foliostabilisierung der Gruppe bei. Schwächere Zahlen ergaben sich bei C&H Distributors. Das Unternehmen bedient überwiegend das Verarbeitende Gewerbe und wurde daher von der Konjunkturentwicklung stärker beeinflusst.
Deutliches Plus beim Ergebnis vor und nach Steuern
Die
Rohertragsmarge der TAKKT-Gruppe erhöhte sich im Berichtsjahr auf 40,0
(39,5) Prozent. „Das verdanken wir den stabilen Preisen unseres
grundsätzlich eher preisunempfindlichen Produktprogramms“, erklärte
Finanzvorstand Dr. Felix Zimmermann auf der Bilanzpressekonferenz. Das
Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen,
EBITDA, verringerte sich um 1,1 Prozent auf 85,7 (86,6) Millionen Euro.
Die EBITDA-Marge stieg allerdings auf 10,9 (10,5) Prozent und lag damit
im langfristigen Zielkorridor von 10 bis 12 Prozent.
Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern, EBIT, blieb trotz des Umsatzrückgangs relativ stabil und betrug 57,0 (57,7) Millionen Euro. Die Marge verbesserte sich leicht auf 7,3 (7,0) Prozent. Das Ergebnis vor Steuern stieg um 9,7 Prozent deutlich auf 39,0 (35,5) Millionen Euro, der Jahresüberschuss nach Steuern erhöhte sich um 26,2 Prozent auf 24,5 (19,4) Millionen Euro. Hier profitierte die Gruppe nicht nur von den gesunkenen Zinsaufwendungen, sondern auch von der auf 37,2 (45,4) Prozent gesunkenen Steuerquote. Das Ergebnis pro Aktie stieg auf 33 (26) Cent.
Hoher Cashflow belegt Ertragskraft des Konzerns
Mit
53,0 (48,3) Millionen Euro hat die TAKKT AG im Jahr 2002 erneut einen
hohen Cashflow erwirtschaftet. Der Free Cashflow erreichte 44,4 (24,4)
Millionen Euro. „Die Steigerung des Cashflows um 9,6 Prozent ist ein
weiterer Beleg für die Ertragskraft der TAKKT-Gruppe. Dadurch verfügte
die Gruppe über genügend Liquidität, um die Schulden planmäßig
abzubauen und künftiges Wachstum aus eigener Kraft zu finanzieren“
kommentiert Dr. Felix A. Zimmermann, Vorstand für Betriebswirtschaft
und Finanzen, die vorgelegten Kennzahlen.
Gestiegene Eigenkapitalquote
Das Anlagevermögen
sank währungsbedingt sowie durch planmäßige Abschreibungen, auch das
Umlaufvermögen reduzierte sich aufgrund der Wechselkursentwicklung. Die
Bilanzsumme ging um 9,9 Prozent auf 540,4 (599,6) Millionen Euro
zurück. Der Konzernjahresüberschuss (nach Minderheitenanteilen) erhöhte
das Eigenkapital auf 149,6 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote
verbesserte sich auf 27,7 (24,8) Prozent. Die Verschuldung in Euro
wurde durch veränderte Wechselkurse und planmäßige Tilgung erheblich
reduziert: Die verzinslichen Verpflichtungen betrugen zum
Bilanzstichtag 291,3 (357,0) Millionen Euro. Die Investitionen bewegten
sich auf Normalniveau und betrugen 8,6 (24,0) Millionen Euro.
Aktienrückkauf geplant
Für
das Geschäftsjahr 2002 wird der Vorstand der Hauptversammlung
vorschlagen, eine Dividende in unveränderter Höhe von 10 Cent
auszuschütten. Außerdem soll die Hauptversammlung ein
Aktienrückkaufprogramm beschließen, das der Gesellschaft den Rückkauf
von maximal zehn Prozent der Anteilsscheine ermöglicht. Damit bekäme
die TAKKT AG die Möglichkeit, kurzfristig auf negative
Kapitalmarktentwicklungen zu reagieren, die in Folge der Wandlung einer
Wandelanleihe auf TAKKT-Aktien im November 2003 entstehen können. Die
Wandlung der vom AXA-Konzern im Jahr 1998 begebenen Wandelanleihe kann
dazu führen, dass bis zu 10 Prozent der TAKKT-Aktien kurzfristig auf
den Markt kommen. Falls die TAKKT AG im Rahmen der Wandlung eigene
Aktien erwirbt, sollen diese als Akquisitionswährung dienen. Primäres
Ziel des Konzerns ist aber, externe Investoren für die gewandelten
Aktien zu gewinnen, um damit den Free Float zu erhöhen. Zu diesem Zweck
ist eine umfangreiche und intensive Roadshow vor dem Wandlungstermin
geplant. Die Attraktivität der Aktie wird durch die Aufnahme in den
Prime Standard der Deutschen Börse und durch den Verbleib im SDAX
untermauert.
Stabile Ergebnismargen für 2003 erwartet
Die
TAKKT AG erwartet ein weiteres schwieriges Jahr, will aber in 2003
dennoch organisch wachsen. Unter Berücksichtigung der
weltwirtschaftlichen Lage geht der Vorstand davon aus, dass das
währungsbereinigte Wachstum in einem Zielkorridor zwischen drei und
fünf Prozent liegen wird. Eine anhaltende Schwäche des US-Dollars kann
zwar den in Euro berechneten Umsatz negativ beeinflussen, die
Ergebnismargen der Gruppe bleiben davon aber unberührt. Deshalb hält
die TAKKT AG an dem Ziel einer EBITDA-Marge zwischen zehn und zwölf
Prozent fest.
Stuttgart, den 24. März 2003
Die Zahlen für das erste Quartal 2003 werden am 29. April 2003 veröffentlicht.
Die Hauptversammlung findet am 6. Mai 2003 in Ludwigsburg statt.
Ansprechpartner:
Georg Gayer
Tel.: +49 (0)711 3 46 58-201
Dr. Felix A. Zimmermann
Tel.: +49 (0)711 3 46 58-207