Finanzvorstand der TAKKT AG
Rede anläßlich der Bilanzpressekonferenz der TAKKT AG am 23. März 2001 in Stuttgart
Es gilt das gesprochene Wort.
Meine Damen und Herren,
auch ich darf Sie hier ganz herzlich begrüßen und freue mich, Ihnen wieder über ein sehr gutes Geschäftsjahr der TAKKT berichten zu können.
Das Wichtigste vorab:
Wir haben den Expansionskurs mit - wie Sie soeben von Herrn Gayer hörten - wichtigen Neugründungen, einer Akquisition und Investitionen in E-Commerce fortgesetzt und sind dennoch unverändert stark im Ertrag und im Cash-flow geblieben.
Konjunktur, Jahr
Zunächst ein kurzer Blick auf die konjunkturelle Situation des vergangenen Jahres aus unserer Sicht:
Bis zum Herbst war das Jahr 2000 von einem robusten Aufschwung geprägt. Europa und Nordamerika, die wichtigsten Märkte der TAKKT, entwickelten sich hervorragend. Konjunkturlokomotive der Weltwirtschaft waren die USA, die bis zum September 2000 deutlich höhere Wachstumsraten aufwiesen als Europa. Die von den Vereinigten Staaten ausgehenden Impulse, verbunden mit einem starken Dollar und somit beachtlichen Exportmöglichkeiten, sorgten in Europa für eine positive konjunkturelle Belebung. TAKKT profitierte davon.
Konjunktur, 4. Quartal
Zum Ende des Jahres
hin verlangsamte sich das Expansionstempo in den Vereinigten Staaten
deutlich. Die Weltkonjunktur kühlte als Folge leicht ab, wenn auch in
Westeuropa das Wachstum vergleichsweise kräftig blieb.
In diesem Umfeld konnten wir auch im 4. Quartal exzellente Ergebnisse erzielen, so dass wir bezogen auf das Gesamtjahr sehr gute Zuwächse verzeichneten, die unsere Planungen weit übertrafen.
Konsequent nutzten wir im zurückliegenden Geschäftsjahr die Möglichkeiten des duplizierbaren Systemgeschäfts und legten damit die Basis für zukünftiges Wachstum.
Positiv wirkten sich auch die gesteigerten Werbemaßnahmen aus. So konnten wir weitere Marktanteile in unseren etablierten und in neuen Märkten gewinnen.
Umsatz, Konzern
Entsprechend nahm der
Gruppenumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 21,5 % auf 762,8 Millionen
Euro zu. Währungsbereinigt und bereinigt um die Akquisition von Hubert
betrug das organische Wachstum 11,4 %. Das war in der Geschichte von
TAKKT - vormals KAISER + KRAFT - das bislang stärkste organische und um
Währungseffekte bereinigte Umsatzwachstum.
Der nachhaltige Umsatzzuwachs hat bei uns Tradition: 1997 bauten wir die Erlöse um 19,1 % auf 469,5 Mio. Euro aus, 1998 um 14,8 % auf 539,2 Mio. Euro und 1999 erneut um 16,4 % auf 627,6 Millionen Euro.
Regionale Umsatzverteilung
Die regionale
Verteilung sieht folgendermaßen aus: Der Heimatmarkt Deutschland trug
28,6 % zum Gesamtumsatz bei, das übrige Europa 30,9 % und Nordamerika
40,5 %. Hier kam bereits die Akquisition von Hubert zum Tragen, mit der
wir unsere Aktivitäten in den USA wesentlich erweitern konnten.
Umsatzverteilung auf Tochtergesellschaften
Alle unsere Bereiche: KAISER + KRAFT EUROPA, Topdeq und K + K America waren am Wachstum der Gruppe in 2000 beteiligt.
Auf die einzelnen Geschäftsbereiche verteilt sich der Umsatz wie folgt:
Ergebnis
Aber die TAKKT-Gruppe ist 2000 nicht nur gewachsen, sondern hat auch ihre gute Ergebnisqualität beibehalten.
Rohertragsmarge
Die Rohertragsmarge der
TAKKT-Gruppe konnte auf hohem Niveau stabil gehalten werden. Größere
Einkaufspreiserhöhungen wegen gestiegener Rohstoffpreise konnten wir
auf Grund unserer starken Marktposition erfolgreich abwehren. Somit kam
es lediglich zu marginalen Preiserhöhungen, die aber der Markt unter
Berücksichtigung der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen
Preisniveaus akzeptierte.
EBITDA
Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern,
Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) verbesserte sich um 24,3 %
auf 87,6 (70,5) Millionen Euro. Wegen des starken Ergebniswachstums
aller Unternehmensbereiche und des - wie eingangs erwähnt - sehr guten
vierten Quartals legte das EBITDA stärker als der Umsatz zu.
Eine beachtenswerte Leistung unter Berücksichtigung der Kosten für die Neugründungen (gewinn- und verlustwirksame Anlauf- und Werbekosten), unserer Ausgaben für den erstmaligen Katalogversand in Mexiko sowie unsere Investitionen in E-Commerce. Wir haben somit unser Ziel, eine Marge von rund 11 % zu erzielen, deutlich übertroffen.
Das EBITDA der letzten vier Jahre dokumentiert den enormen Ergebnissprung des Berichtsjahres:
1996: 44,3 Mio. Euro (Marge: 11,2 %)
1997: 52,0 Mio. Euro (Marge: 11,1 %)
1998: 65,1 Mio. Euro (Marge: 12,1 %)
1999: 70,5 Mio. Euro (Marge: 11,2 %)
2000: 87,6 Mio. Euro (Marge: 11,5 %)
EBITDA-Marge
Die EBITDA-Marge knüpft an das
gute Ergebnis von 1999 an und bleibt mit 11,5 % stabil. Hierbei wurden
für 1999 die Aufwendungen für den Börsengang in Höhe von 2,0 Millionen
Euro bereinigt. Ohne diesen Effekt stieg die EBITDA-Marge von 11,2 auf
11,5 %.
Abspaltung und Akquisition Hubert beeinträchtigen Vergleichbarkeit
Im Gegensatz zum EBITDA lassen sich EBIT und Jahresüberschuss schwerer mit den Vorjahren vergleichen:
Die Mitte 1999 erfolgte Abspaltung geht auch im Geschäftsjahr 2000 nicht spurlos am EBIT und dem Jahresüberschuss vorbei. Erstmalig fielen für das ganze Jahr Abschreibungen auf die gehobenen Geschäftswerte und Zinsaufwendungen für die Abspaltungsfinanzierung an. Deswegen ist ein sinnvoller Vergleich beider Ergebniskennzahlen mit vergangenen Perioden nur von bedingter Aussagekraft.
Weiter verzerrt wird die Vergleichbarkeit auch durch den Kauf von Hubert, da hier die Zinsen und Abschreibungen zeitanteilig (ab 16. Oktober) bei einem Vergleich berücksichtigt werden müssen.
EBIT
Auf Geschäftswertabschreibungen im Rahmen der Abspaltung entfielen 7,3 (3,6) Millionen Euro. Die Abschreibungen auf Geschäftswerte bei Hubert betrugen 2,0 Millionen Euro. Somit verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern und Zinsaufwendungen um lediglich 17,0 % auf 66,1 (56,5) Millionen Euro.
EBIT-Marge
Die EBIT-Marge verringerte sich 2000 entsprechend leicht von 9,0 auf
8,7 %.
Wollen wir bei aller mangelnden Vergleichbarkeit die EBIT-Entwicklung der letzten Jahre trotzdem skizzieren, so zeigt sich folgendes Bild:
1996: 39,5 Mio. Euro (Marge: 10,0 %)
1997: 46,2 Mio. Euro (Marge: 9,8 %)
1998: 58,8 Mio. Euro (Marge: 10,9 %)
1999: 56,5 Mio. Euro (Marge: 9,0 %)
2000: 66,1 Mio. Euro (Marge: 8,7 %)
Jahresüberschuss vor Steuern
Wie bei den
Abschreibungen auf die Geschäftswerte wirkten sich im Berichtsjahr
ebenfalls zum ersten Mal die abspaltungsbedingten Zinszahlungen
ganzjährig aus. Des Weiteren mussten die Zinsen zur Finanzierung der
Akquisition Hubert zeitanteilig berücksichtigt werden. Insgesamt kam es
somit durch Abspaltung und die Akquisition Hubert zu einer zusätzlichen
Zinsbelastung von 9,2 Millionen Euro, die die Vergleichbarkeit des
Ergebnisses vor Steuern mit dem Vorjahr beeinträchtigt.
Vor Steuern erhöhte sich damit der Jahresüberschuss ungeachtet der Belastungen immerhin noch um 6,5 % auf 53,8 Millionen Euro.
Auch hier wieder die Ergebnisse der Vorjahre, trotz der mangelnden Vergleichbarkeit:
1996: 38,9 Mio. Euro (Marge: 9,9 %)
1997: 45,5 Mio. Euro (Marge: 9,7 %)
1998: 57,8 Mio. Euro (Marge: 10,7 %)
1999: 52,5 Mio. Euro (Marge: 8,0 %)
2000: 53,8 Mio. Euro (Marge: 7,1 %)
Jahresüberschuss nach Steuern
Der
Jahresüberschuss nach Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 %
auf 33,6 Millionen Euro. Die Steuerquote konnte mit 37,6 % auf einem im
Vergleich zu den Vorjahren niedrigeren Niveau gehalten werden.
1996: 20,7 Mio. Euro
1997: 25,1 Mio. Euro
1998: 29,5 Mio. Euro
1999: 31,9 Mio. Euro
2000: 33,6 Mio. Euro
Schauen wir uns die einzelnen Segmente an:
Umsatz und EBITDA, KAISER + KRAFT EUROPA
Den
größten Umsatzanteil erwirtschaftete - wie in den Jahren zuvor - dabei
mit 48% der Geschäftsbereich KAISER + KRAFT EUROPA: KAISER + KRAFT,
Gaerner, Gerdmans und KWESTO. Ihr Umsatz kletterte auf 366,4 (326,5)
Millionen Euro. Eine Steigerung von 12,2 % gegenüber dem Vorjahr.
Das EBITDA dieser umsatzstärksten Gruppe im TAKKT-Konzern verbesserte sich von 43,6 auf 52,3 Millionen Euro.
Überdurchschnittlich wuchsen vor allem die KAISER + KRAFT-Gesellschaften in Deutschland, in der Schweiz, in Spanien und in Frankreich. Unsere Gesellschaften in Polen und Norwegen erfüllten nicht ganz unsere Erwartungen.
Umsatz und EBITDA, Topdeq
Kommen wir nun zu Topdeq:
Topdeq erzielte wiederum sehr gute Zuwächse. Der Umsatz erhöhte sich um 19,2 % auf 87,1 (73,1) Millionen Euro. Damit war die auf Designer-Büromöbel und Accessoires spezialisierte TAKKT-Tochter innerhalb der Gruppe Spitzenreiter. Alle Gesellschaften - Deutschland, die Niederlande, die Schweiz und Frankreich - trugen gleichermaßen zum Erfolg bei. In Deutschland war das Geschäft besonders durch die Zehnjahresfeier von Topdeq geprägt. Insbesondere im ersten Quartal konnten wir dieses Ereignis bei der Umwerbung unserer Kunden für einen nachhaltigen Umsatzanstieg nutzen.
Das EBITDA sank von 9,3 auf 8,4 Millionen Euro. Gründe für diesen Rückgang sind die von uns geplanten Anlaufkosten für unsere neue Gesellschaft in Frankreich sowie die Vorlaufkosten für unsere Neugründung Topdeq USA.
Zufrieden sind wir mit der Entwicklung von Topdeq Frankreich. Diese Gesellschaft war eine Neugründung, die Anfang 2000 im Nachbarland startete, und vom Start weg zum weiteren Wachstum von Topdeq beitrug.
Umsatz und EBITDA, K + K America
K + K
America, das überrascht angesichts der Wirtschaftslage bis zum dritten
Quartal der USA im letzten Jahr nicht, war, wie in den Jahren zuvor,
sehr erfolgreich. Der Umsatz wuchs hier auf 285,6 Millionen Dollar -
ein Plus von 17,5 %. Dieser Trend setzt sich auch beim EBITDA fort: Die
Kennzahl stieg im Berichtsjahr auf 33,9 Millionen Euro. Im Vorjahr
hingegen betrug das EBITDA 23,2 Millionen Euro.
In Euro sind die Zuwächse mit 35,6 % noch besser. C&H Distributors, Avenue Industrial Supply, Conney Safety Products sowie das neu akquirierte Unternehmen Hubert konnten damit im Berichtsjahr die Erlöse auf 309,3 (228,0) Millionen Euro steigern. Ohne die Akquisition Hubert wuchs der Umsatz von K + K America um 26,5 % auf 288,5 Millionen Euro.
Hubert ist seit dem 16. Oktober 2000 Teil der TAKKT-Gruppe und entsprechend konsolidiert.
Bilanz
Die Bilanz zum 31. Dezember 2000 ist
stark durch die Akquisition von Hubert geprägt. Die Bilanzsumme erhöhte
sich von 370,9 Mio. Euro auf 569,3 Mio. Euro. Dahinter steht ein
Anlagevermögen von 386,6 (273,3) Mio. Euro. Das Umlaufvermögen beträgt
178,8 (130,5) Mio. Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich auf 128,1 (99,1)
Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt damit 22,5 (26,7) %. Die
Verbindlichkeiten erhöhten sich von 242,2 Mio. Euro auf 408,5 Mio.
Euro. Entsprechend veränderte sich das Verhältnis der Verbindlichkeiten
zur Bilanzsumme. Die Quote beträgt nunmehr 71,8 (65,3) %.
Ergebnis pro Aktie
Wir konnten im
Berichtsjahr das Ergebnis pro Aktie von 44 Cent auf 46 Cent anheben.
Wie Herr Gayer bereits erwähnte, werden wir unseren Aktionären auf der
Hauptversammlung vorschlagen, eine Dividende von 10 Cent zu zahlen.
Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 21,3 %. Zusammen mit der
Steuergutschrift beträgt die gerundete Bruttodividende 14 Cent.
Cash-flow
TAKKT bleibt nach wie vor ertrags-
und Cash-flow-stark. Im Berichtsjahr nahm der Cash-flow um 20,3 % auf
55,1 (45,8) Millionen Euro zu. Damit verfügt TAKKT über ausreichend
liquide Mittel, um weitere Wachstumsprojekte aus eigener Kraft zu
finanzieren.
Investitionen
Die Investitionen der TAKKT AG betrugen im Geschäftsjahr 168,9 Millionen Euro. Wir konzentrierten uns dabei auf drei Schwerpunkte:
Der größte "Brocken" diente der Erweiterung des Geschäftes durch die Akquisition von Hubert im Oktober 2000.
Einen zweiten Schwerpunkt setzten wir mit der Verbesserung des Services durch die Erweiterung des Versandhandelszentrums der KAISER + KRAFT EUROPA in Kamp-Lintfort. In das gesamte Projekt, das als Leasingobjekt konzipiert ist, investiert TAKKT ca.17 Millionen Euro. Der Bau liegt genau im Plan.
Drittens investierten wir in die Optimierung unserer Prozesse, das heißt für uns in erster Linie Investitionen in E-Commerce.
Mitarbeiter
Die positive
Geschäftsentwicklung nutzen wir für den Ausbau unserer personellen
Kapazitäten - gleichwohl wir weiter modernisierten und Arbeitsvorgänge
rationalisierten. 150 Arbeitsplätze schafften wir wegen des gestiegenen
Geschäftsvolumens neu. 302 Beschäftigte stießen im Rahmen der
Akquisition Hubert neu zur TAKKT-Gruppe.
Somit beschäftigten wir im Berichtsjahr 2.069 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - 452 mehr als im Vorjahr. Zum Bilanzstichtag waren es in der Gruppe 1.931 (1.546) Mitarbeiter (auf Vollzeitbasis).
Ausblick
Blicken wir zum Schluss auf das
Jahr 2001. Der Umsatz und der Cash-flow werden - nicht zuletzt auf
Grund der diesjährigen umfangreichen Investitionen bzw. Neugründungen
und der Akquisition - auch im nächsten Jahr nachhaltig wachsen.
Immer im Blick unsere diversifizierte Struktur: unsere Produktvielfalt, Internationalität und natürlich unserer Kunden. Sie waren in der Vergangenheit - auch bei rauem Konjunkturklima - der Garant unseres Erfolges und werden, wie wir aktuell feststellen können, es auch bleiben.
Unsere Kernbotschaft lautet: TAKKT wächst weiter.
Ich danke Ihnen für Ihr Interesse, wir würden nun gerne mit Ihnen in den Dialog treten.
Ansprechpartner:
Georg Gayer
Tel.: (49) 711 / 5001-239
Dr. Felix A. Zimmermann
Tel.:(49) 711 / 5001-861