Interview mit Georg Gayer

über die Internationalisierungsstrategie der TAKKT AG
(März 2003)

Auszüge aus einem Interview mit Georg Gayer über die Internationalisierungsstrategie der TAKKT AG, Stichwort: die Neugründung in Japan

Den vollständigen Text des Interviews finden Sie im Geschäftsbericht 2002, S. 55 ff.

In den vergangenen Jahren ist die TAKKT Gruppe durch zahlreiche Neugründungen und Akquisitionen rasant gewachsen. Georg Gayer, Vorstandsvorsitzender der TAKKT AG, erläutert die Internationalisierungsstrategie des Konzerns.

Frage: Es gibt unterschiedliche Ansätze, um neue Märkte im Ausland zu erschließen und mit einem Unternehmen zu expandieren. Welche Strategie verfolgt die TAKKT Gruppe?

Gayer: Wir wollen das Kerngeschäft unseres Unternehmens durch eine konsequente Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie stärken und ausweiten. Konkret bedeutet das, dass wir in ausgewählte Produktsegmente und Märkte des Business-to-Business-Versandhandels expandieren, die das Portfolio der TAKKT Gruppe sinnvoll erweitern und ergänzen. Unsere Internationalisierungsstrategie ruht dabei auf zwei Säulen: Zum einen akquirieren wir Unternehmen, zum anderen weiten wir das Geschäft bestehender Marken durch die Gründung von Gesellschaften auf neue Märkte aus. Wir erreichen so signifikante Kostenreduzierungen durch Größenvorteile.

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Weitere Vorteile […] aller Neugründung liegen in der Neukundengewinnung und damit einem Zusatzumsatz sowie besseren Einkaufskonditionen durch größere Volumina, der Optimierung von Kostenstrukturen und einer stärkeren Marktmacht.

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Frage: Im Januar 2003 hat TAKKT mit dem ersten Versand von KAISER + KRAFT Katalogen in Japan einen neuen Kontinent betreten. Was erhoffen Sie sich vom Schritt nach Fernost?

Gayer: Mit der Japan-Expansion von KAISER + KRAFT EUROPA setzen wir konsequent die Strategie um, unser Systemgeschäft auf viel versprechende neue Regionen zu übertragen. In Europa und Nordamerika ist die TAKKT Gruppe bereits nahezu flächendeckend im Bereich der Betriebs- und Lagerausstattung vertreten. Die Expansion nach Asien war deshalb der nächste logische Schritt: Mittelfristig wollen wir dadurch den asiatischen Raum für die TAKKT Gruppe erschließen. Nach intensiven Studien fiel die Wahl auf Japan, weil es dort die beste Infrastruktur und das größte Potenzial für erfolgreichen B-to-B-Versandhandel gibt.

Wir verstehen die Expansion auf den japanischen Markt auch als Lernprozess: Im ersten Katalog, der Anfang 2003 versandt wurde, hat sich KAISER + KRAFT Japan zunächst auf Basisprodukte beschränkt. Nach einer Testphase werden wir die Resonanz der Kunden analysieren und die Produktpalette schrittweise erweitern beziehungsweise verändern sowie die Auflage erhöhen – selbstverständlich auch in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage. Solange das derzeitige Konjunkturtief anhält, konzentrieren wir uns weiter auf unsere Kernkompetenzen, was im Fall KAISER + KRAFT Japan „Qualität vor Quantität“ bedeutet. Danach entscheiden wir über die weiteren Expansionsschritte in Asien.

Frage: TAKKT hat bei seiner Expansion bisher ein hohes Tempo vorgelegt. Wie wird es in den nächsten Jahren weitergehen?

Gayer: Wir werden unsere bestehenden Geschäftsbereiche weiter konsolidieren und optimieren, um die bisherige Profitabilität zu sichern – ohne dabei unsere Wachstumsstrategie aus den Augen zu verlieren. Die TAKKT Gruppe wird ihr Portfolio auch künftig dadurch stärken, dass sie ihre regionale und internationale Marktpräsenz gezielt ausweitet. Und wenn sich Möglichkeiten für interessante Akquisitionen bieten, werden wir diese natürlich entsprechend prüfen und wahrnehmen. Im Vordergrund steht derzeit jedoch das organische Wachstum aller Geschäftsbereiche: Die einzelnen Gesellschaften konzentrieren sich nun verstärkt darauf, ihre Märkte zu durchdringen.

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